Review

Ausgerechnet aus Holland kommt die meines Wissens nach erste Veröffentlichung von Bruiser, dem ersten Werk von Zombie-Gott George A. Romero nach einer fast zehnjährigen Schaffenspause.

Es geht um einen kleinen Angestellten bei einem Männermagazin mit dem titelgebenden Namen, der es wahrlich nicht leicht hat: Sein Chef ist ein ekelhaftes Arschloch, das hauptberuflich seine Leute erniedrigt und bei Besprechungen schon mal den Schwanz rausholt, seine Frau ist eine geldgeile Schlampe, die dem Chef gern in der Öffentlichkeit einen schrubbt, und sein bester Freund gibt sich nur mit ihm ab, um ihm mit obskuren Anlagetips die Kohle aus der Tasche zu ziehen. Aber unser Held ist nunmal eine Seele von Mensch, die sich gegen das ständige Unrecht nur in einigen tagträumerischen Gewaltphantasien wehrt - bis er eines Tages aufwacht und im Spiegel erkennen muß, daß er anstelle seines Gesichts nur noch eine leere, weiße Maske trägt. Ooooh, welch subtile Metaphorik! Derart seiner Identität beraubt, kann er jetzt endlich loslegen und sich brutal an seinen Peinigern rächen...

Hm, ich weiß wirklich nicht, was sich Herr Romero bei diesem Werk gedacht hat. Anscheinend ist ihm in den letzten zehn Jahren das Gespür für ordentliche Filmstoffe abhanden gekommen, denn ein solches Holzhammer-Gleichnis kann man heute eigentlich wirklich nicht mehr bringen. Zum Glück haben ihn aber wenigstens seine technischen Fähigkeiten nicht verlassen; der Film ist trotz seiner (mit Verlaub) beschissenen Story überraschend erträglich ausgefallen. Die Schauspieler hauen ordentlich auf die Kacke, die Kameraarbeit ist angenehm flüssig, und die Handlung wird immer wieder mit gerade genug Gewalt aufgepeppt, daß man nicht einschläft. So rettet sich der Film mit Mühe und Not ins Mittelmaß - was man von der holländischen DVD (auf einem Label mit dem einfallslosen Namen „A-Video") leider nicht behaupten kann. Die Bildqualität ist zwar OK, doch leider läßt sich die DVD partout nicht dazu überreden, das anamorphe Widescreen-Bild im 4:3-Letterbox-Modus abzuspielen. Besitzer eines Fernsehers ohne 16:9-Umschaltung sind also in den Arsch gekniffen und müssen mit Eierköpfen leben. Zu allem Überfluß besitzt die DVD als Extramaterial exakt - nichts! Wer den Film also unbedingt haben will, sollte unter Umständen auf die US-Version warten, die voraussichtlich im Oktober bei Trimark erscheint.

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