Ein Blick auf das Cover reicht aus um zu wissen: Hier versucht sich jemand an einer Parodie auf „Jurassic Park“, der seinerzeit den Dinosauriern einen Popularitätsschub bescherte. Das Regiedebüt von Hauptdarsteller Jerry Calà orientiert sich deutlich an Vorbildern von Zucker/Abrahams, einige Szenen aus „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ wurden beinahe 1:1 kopiert.
Durch eine Misere verliert Hühnerzüchter Vlad (Calà) alle Tiere bis auf Hahn Jo. Er reist in die Dominikanische Republik, um mit Jo als Kampfhahn Geld zu machen, doch das Tier wird gestohlen. Seine Spur führt ihn zu einem Freizeitpark, wo ein Wissenschaftler mit genveränderten Hühnern experimentiert…
Manchmal ist es tatsächlich besser, bekannte Gags und Situationskomik weniger gekonnt nachzumachen, als die eigenen Einfälle in den Fokus zu rücken. „Chicken Park“ bietet immer dann einige wenige Lichtblicke, wenn er mit grotesken Momentaufnahmen Richtung „Die nackte Kanone“ um die Ecke kommt. So findet sich am Eingang des Vergnügungsparks eine Klingel mit diversen Schildern, eine vermeintliche Traumfrau hat rund fünf Meter lange Beine und rückt beim Score ein Saxophon in den Fokus, wird mal gleich der dazugehörige Musiker in die Szenerie gepackt. Letzteres ist einmal ein netter Einfall, beim dritten Mal lacht man jedoch kaum mehr darüber.
Peinlich wird es indes, wenn sich Calà als Frauenheld präsentiert und dabei einigen merkwürdigen Fantasien frönt. Mal abgesehen von der ihm mangelnden Ausstrahlung geht dies nicht ohne sexistische Einlagen vonstatten, zumal die Damenwelt hier generell nicht gut wegkommt. Vermeintliche Randgruppen allerdings auch nicht, denn Gags auf Kosten von Chinesen, Kleinwüchsigen und Dunkelhäutigen finden sich ebenfalls. Auch Schwule werden zur Zielscheibe, - spätestens als ein Matrose für das mutierte Riesenhuhn Homophilius als Köder tanzen soll.
Trashfreunden dürften die durchschaubaren Tricks beim mutierten Federvieh allerdings entgegenkommen: In einigen Szenen rennen Viecher durch Miniaturkulissen, welche deutlich als solche sichtbar werden. Sind nur Köpfe zu sehen, werden schlichte Modellierungen aus Plastik bemüht, mit denen man unbeholfen in der Szenerie herumfuchtelt. Damit befinden sich die Hühner in etwas auf dem Niveau der talentfreien Mimen, zu denen die deutlich bessere Synchro kaum passen will.
So hangelt man sich durch Referenzen und direkte Erwähnungen; Streifen wie „Wenn der Postmann zweimal klingelt“, „Full Metal Jacket“, „Edward mit den Scherenhänden“, „Dracula“, „Der Unsichtbare“, „Rambo“ und „Die durch die Hölle gehen“ werden ebenso berücksichtigt wie Parts aus der „Addams Family“, wobei man aus den satanischen Kindern Hänsel und Gretel definitiv hätte mehr machen können.
Die vage Story, welche grob die des Blockbusters aufgreift, ist ohnehin nur Grundgerüst, um möglichst viel Blödsinn innerhalb der rund 97 Minuten unterzubringen, was leider mehrheitlich nicht zündet. Zumal sich einige Situationen auf Metaebene zu häufig wiederholen: Erwähnt eine Figur in einem Moment das fahrige Drehbuch oder wird an anderer Stelle die Crew mit Kameras und Scheinwerfern eingebunden, ermüden solche Einlagen auf Dauer genauso wie der Running Gag mit einem einstürzenden Hühnerskelett.
Entsprechend kommt die Komödie nicht über einige wenige gute Szenen hinaus, der Rest ist überwiegend lahm, plump und peinlich.
3,5 von 10