Review

Verfilmungen von Stephen King Romanen oszillieren ja bekanntlich zwischen genial und letzter Mist. Mit The Green Mile hat man einen King-Roman zum Glück fast perfekt verfilmt.


Paul Edgecomb (Tom Hanks) ist Gefängniswärter im Todestrakt eines Gefängnisses in Amerika. Paul bemüht sich mit den Menschen, die hier auf den elektrischen Stuhl warten, noch human umzugehen, was einigen Wärtern nicht gerade in die Wiege gelegt wurde. Mit seinem Kollegen, u.a. Brutus Howell (David Morse), durchlebt er so den Alltag, zwischendurch müssen immer mal Personen hingerichtet werden.
Eines Tages wird im Gefängnis John Coffey (Michael Clarke Duncan) eingeliefert. Der riesige farbige Mann soll zwei Kinder vergewaltigt und diese danach getötet haben. Doch Coffey benimmt sich nicht wie ein Killer, er ist höfflich, hat Angst im dunkeln und man kann sich nicht vorstellen, dass dieser Mann ein Killer sein soll. Trotzdem wurde er zum Tode verurteilt und soll irgendwann auf dem elektrischen Stuhl landen, wie jeder in dem Gefängnis.
Paul leidet u.a. noch an einer schmerzhaften Blasenentzündung. Eines Tages berührt Coffey ihn und heilt Paul von den Schmerzen. Als noch weitere Wunder geschehen durch Coffey, überlegen sich Paul und seine Kollegen, ob dieser Mann überhaupt ein Killer sein kann und ob man so eine Gabe durch den elektrischen Stuhl zerstören kann. Doch der Tag von Coffys Hinrichtung kommt immer näher, ferner leidet die Frau eines Bekannten von Paul unter einem nicht operablen Hirntumor...


Gute Kingverfilmungen kann man wirklich an einer Hand abzählen, aber The Green Mile gehört wahrlich dazu und ist vielleicht sogar die Beste.
Die Hauptdarsteller wurden sehr gut besetzt, seien es Tom Hanks, David „The Rock“ Morse oder auch der farbige Schauspieler Michael Clark Duncan, der den rieseigen Hünen John Coffey spielt.
Wie in jedem Film so einer Sorte gibt es hier natürlich die guten und die bösen Wärter, wobei Hanks und Morse die Guten sind. Dazu wurden dann noch zwei Kriminelle der gleichen Sorte gepackt (falls es gute Kriminelle gibt) und so wird der Zuschauer auch 3 Stunden bestens unterhalten. Dabei geht es auch nicht immer ganz ernst zu, z.B. bei der Kuchenszene habe ich mich amüsiert ohne Ende, incl. der Bestrafung.
Aber es gibt auch die andere Seite, nämlich, wenn Personen auf dem elektrischen Stuhl getötet werden. Und das kommt in dem Film ziemlich hart rüber, besonders wenn von einer Seite nachgeholfen wird, dass der Tod für die eine oder andere Person weniger erträglich wird. Für eine FSK12 Freigabe ziemlich harter Stoff!
Wenn man das Ende nicht kennt, wird man doch überrascht sein. Einige Hinweise auf den Schluss gibt es zwar schon im Film vorher, doch am Ende wird dann alles richtig aufgeklärt. Für einige mag es dann im Kitsch enden, mir jedoch hat das Ende und die darin enthaltenen Botschaften wiedererkennen. Und wer ein bisschen was über Religion weiß, wird hier eine Menge wiederfinden.


Fazit: Grandioser Film mit Topbesetzung, dazu wirklich mal großartig verfilmt. Der Film ist ein wahrer Genuss mit einer ganz klaren Botschaft, der Sinnlosigkeit der Todesstrafe. Ansehen!

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