Review

Getreu dem Vorbild von "Nu Image" folgend, schmeißen jetzt auch andere Kleinstproduktionsgesellschaften Tierhorrorfilmchen auf den Markt und neben dem guten alten Hai und Spinnengetier sind die Krokodile immer noch ganz oben dabei bei den Favoriten.

Gleich zwei aus diesem Trio versammeln sich bei "Blood Surf", nämlich die Müllmänner der Meere samt noch einem riesigen Salzwasserkrokodil, daß hier der eigentliche Hauptdarsteller ist.
Der Plot ist wie immer nicht von Belang, aber schön doof - immerhin, das muß erst mal geschafft werden.
Ein Grüppchen komplett Durchgeknallter will in der Brandung surfen, nachdem sie sich die Füßchen aufgschnitten haben, um reichlich Haie umschiffen zu können.
Prima Idee eigentlich, denn was die Welt nun wirklich nicht braucht, sind doofe Surfer und ihre feigen Filmemacheranhängsel.

Es rennen also reichlich junge Leute über ein abgelegenes Eiland, machen sich gegenseitig an, surfen, geraten in latente Gefahr und vögeln ausgiebig.
Jupp, das muß auch erwähnt werden, sexuell ist dieser Streifen wesentlich direkter: wenn einer der Surfer die wohl noch minderjährige Tochter des Bootsinhaber in der Lagune nagelt, während die seligen Eltern gerade von unserem Storkriesen verfrühstückt werden, dann ist das Montage auf höchstem Niveau. Auch so wird mal zwischendurch jemand von hinten genommen, das lockert auf.

Natürlich geraten unsere Schönen in die Defensive und wenn dieser Film einen Hauch von Spannung mitbringt, dann aus der Frage, wer von diesen schauspielerischen Nullzonen wohl am Ende entkommen wird, denn hier sticht keiner hervor. Am ehesten so was wie Viertelprofil entwickelt noch ein alter Seebär, der schon eine unangenehme Touristenerfahrung mit dem Riesenvieh hatte, aber die überleben solche Filme ja eigentlich nie (und auch hier nicht).
Ein bezaubernd hirnloser Einfall sind auch ein paar Freibeuter, die unsere Helden natürlich hopps nehmen, was unsere schwimmende Handtasche zu einem 10-Meter-Sprung aus dem Wasser beflügelt, obwohl sie später nicht mehr mit dem Arsch vom Boden hochkommt.

Tricktechnisch gibt es sicher Schlimmeres, denn neben ein paar halbwegs passenden Archivaufnahmen hat man unter Wasser sowohl Hai wie Krokodil gut animiert. Auch die Landattrappe sieht recht überzeugend aus, ist allerdings ein wenig immobil und der hektische Schnitt soll natürlich auch noch so einiges kaschieren.
Am schlimmsten sind aber der Versuch von Handlung und Dialoge von unsterblicher Blödheit bis zu der klassischen Szene, in der ein Erdrutsch die Bestie erschlagen soll (als hätte das schon mal ein Monster umgebracht) und anschließend eine der Damen wild zornentbrannt kreischend auf das Vieh eintritt, bis es sie endlich wegknuspert. Thats dramatic. With Fun!

Bleibt also ein Kroko-Turkey, wobei wir Kroko diesmal nicht die Schuld geben wollen. Jetzt bitte mal wieder Riesenkraken...danke! (2/10)

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