Fans der Berndfilme wissen, dass die Meisten dieser Streifen eine Zusammenstellung von zerstückelten Geschichten des Kika-Erfolgsformats "Chili.TV" sind. In angenehm kleine Häppchen unterteilt, ist meist für mehrere Wochen der Filmspaß garantiert. Für die späteren DVD-Auswertungen und auch für Wiederholungen im Fernsehen werden dann diese Teile zu einem Ganzen zusammengesetzt, was aufgrund der passenden Struktur meist auch ideal funktioniert, zumindest bis jetzt. Wenn aber in diesen Chili.TV-Häppchen keine wirkliche Story vorhanden ist, sondern sich nur das Grundgerüst durch die einzelnen Episödchen zieht, dann ist eine Zusammenstellung eher zum scheitern verurteilt. Und so verwundert es auch nicht, dass "Brot-Olympia", die Zusammenstellung von vier Bernd-Sketchen zu einem Film, nicht wirklich funktioniert.
Denn, wie schon erwähnt, hat "Brot-Olympia", eigentlich als erster Bernd-Spielfilm überhaupt, wirklich keine richtige zusammenhängende Story parat, um als zusammengesetzter Film überzeugen zu können. Es geht natürlich wieder einmal um unser Lieblingstrio aus dem KiKa, Schaf Chili, Busch Briegel und Depri-Brot Bernd, die sich dieses mal auf nach Niedergurgelsaubachtal machen, um dort an den olympischen Winterspielen teilzunehmen. Unterschiedliche Disziplinen, wie Kaiserschmarrnessen, Schneemann bauen oder Skispringen, gilt es dabei zu bezwingen, genauso wie Briegels ewigen Erzfeind Frank Stein... Was auf den ersten Blick schon wie eine typische Bernd-Geschichte klingt, ist in Wirklichkeit nur der Inhalt einer der vier Episoden von Brot-Olympia. Und zwar von der ersten, die mit knapp 20 Minuten auch die längste Episode darstellt. In den anderen drei, wesentlich kürzeren, Parts müssen unsere drei Freunde dann eigentlich nur noch ein paar einzelne Disziplinen bestehen, während sie dabei von einem übellaunigen Moderator und einem depperten Kameramann begleitet werden. Einen wirklichen Zusammenhang gibt es dabei nicht, nur einzelne neu hinzugefügte Übergänge halten das Drahtgerüst zusammen. Als einzelne Sketche überzeugt das Ganze jedenfalls wesentlich mehr, als wie ein zusammenhängender "Film"!
Abgesehen von der fehlenden Filmstruktur machen die einzelnen Abenteuer des Brotes nämlich auch dieses mal wieder einmal Laune. Bernd ist natürlich, wie immer, mächtig deprimiert, wenn er z. Bsp. mit Skiern am Kopf einen Abhang herunterfahren soll, wenn er beim Iglubau, mit seinen viel zu kurzen Armen, behilflich sein soll oder sonst zu etwas genötigt wird, auf das er keine Lust hat. Aber er soll auch seinen Spaß haben, wenn er seine Freunde zum Beispiel an der Nase herumführt indem er sich als Co-Moderator verkleidet oder wenn er beim Kaiserschmarrn-Wettessen gewinnt, weil Kaiserschmarrn ja so eine wunderbare "Mehlspeise" ist. Alle Gags kommen dabei, wie es sich gehört, im typischen Bernd-Stil daher, sprich sie sind zynisch, bissig, absolut witzig und nicht immer wirklich für kleinere Kinder geeignet. Wieder einmal dürften wohl die Größeren an Bernd und seinen Abenteuern mehr Spaß haben, als die lieben Kleinen (auch wenn es denen natürlich ebenfalls viel Freude machen dürfte, wenn auch aus anderer Sicht!)
Ebenfalls für viele Brüller gut ist auch Norman Cöster, den Meisten bestens bekannt als Professor Dumdidum aus der Potter-Verarsche "Berndi Broter und der Kasten der Katastrophen". Egal ob er sich in der ersten Geschichte als Briegels Widersacher Frank Stein gibt, der mit seinem elektronischen rechten Arm, der ein unangenehmes Eigenleben führt, diverse Problemchen hat, oder in den restlichen Episoden als völlig verblödeter Kameramann auftritt. Wenn Cöster auftritt ist Spaß angesagt. Langsam aber sicher entwickelt er sich wirklich zu einem wunderbar talentierten Komiker, der sicher auch außerhalb der Brot-Geschichten erfolgreich wäre.
Eher gewöhnungsbedürftig kommt dagegen Oliver Petszokat daher, der in den vier Episoden den genervten Moderator abgibt, dabei aber eher selten überzeugt. Schon als Sänger dürfte er den Meisten eher auf die Nerven gegangen sein und als Schauspieler kommt er nach wie vor über sein Seifenopern-Talent nicht hinaus. Zwar muss man ihm zugestehen, dass auch er einige witzige Szenen hat und von Episode zu Episode besser agiert, aber alles in allem bleiben seine Qualitäten doch mehr als blass.
Gelungen dagegen die Inszenierung, die aus dem geringen Budget wieder einmal das Beste macht. Tommy Krappweis und seine Leute von Bummfilm beweisen erneut viel Liebe zum Detail und lassen das Puppenschauspiel aufs trefflichste gelingen. Bernd, Chili und Briegel werden wirklich wunderbar gespielt und von Jörg Teichgraeber, Tanja Schuhmann und Jan Mixsa exzellent vertont. Dazu zwar simple aber dennoch passende Kulissen, schicke Bauten, sowie einige kleinere Special Effects. Und schon kann man sich auch dem Spaß bei "Brot-Olympia" nicht verwehren.
Fazit: Wäre "Brot-Olympia" als die ursprüngliche Sketchsammlung vermarktet worden, die die einzelnen Episoden von vorne herein eigentlich waren, dann gäbe es auch bei diesem Bernd-Spaß nicht viel zu meckern. Wie es sich für Bernd und seine Freunde gehört, gibt es nämlich auch dieses mal wieder viel bissigen Witz, mitunter herrliche Situationskomik und einen Hauptdarsteller der zynischer, im Sinne der Familienfreundlichkeit, kaum sein kann. Alles verpackt in eine schicke Umgebung, die mit viel Liebe zum Detail entstanden ist. Da "Brot-Olympia" aber leider, wie üblich, auch als Spielfilm vermarktet wird, muss man einfach gestreng sagen, dass das Zusammenkleistern der einzelnen Sketche dieses mal nur bedingt gelungen ist und es dafür vor allem an einer zusammenhängenden Story fehlt. Somit bitte die Erwartungen unbedingt auf gutes Sketch-Niveau zurückschrauben, denn dann kann man auch mit "Brot-Olympia" nicht viel falsch machen.
Wertung: 6/10 Punkte