Review

"The first film I did for them was The Art of Dying, which was [pause] weird. It was kind of a glorified snuff film. It was interesting because Wings Hauser was directing and starring in it, and he did a fine job but he maybe wasn’t seasoned enough of a director to do both. That’s a really hard thing to pull off.
Wings is a lot like his name suggests. He’s like an ex-Vietnam guy, a bit unpredictable. To give you an example, in one of our sex scenes, he all of a sudden on set really wanted to shoot it in a kitchen and have the camera framing his back and bare ass. So Wings just pulls down his pants to his ankles and has the makeup girl apply makeup to make him look good, while we all sit around waiting to shoot the scene watching. That is what it was like on set.
"
~ Kathleen Kinmont

Nach einem Skript vom Boss Joseph Merhi höchstpersönlich entwickelter Erotikkrimi von PM Entertainment Group, die sich ansonsten eher mit destruktiver Action und das oft formvollendet beschäftigen und nun im Schmuddelmilieu vom B-Picture Sex and Crime und damit erneut im Erwachsenenmilieu betätigen. Ausgesucht haben sie für die ehrenvolle Aufgabe der Umsetzung sowohl vor der Kamera und hinter ihr auch noch ausgerechnet den Hauser Wings, der zwar schon Erfahrung mit dem Inszenieren selber hat, dies hier schließlich bereits die dritte Regiearbeit ist, aber nun nicht gerade als Mann für das Sexuelle und Intime, sondern eher als Haudrauf für Arme und als Videotheken-Eastwood gilt.

Eine Mordserie, ausgeführt durch den sich als Hollywood-Regisseur ausgebenden Roscoe [ Gary Wenrtz, der die Hochwasserhosen zu weißen Socken trägt ] und seinen Assistenten, den 'Manager' Latin Jerry [ Mitch Hara ] werden reihenweise junge Menschen vor laufender Kamera bei der Nachtstellung von Filmszenen (wie Psycho unter der Dusche oder der Kettensäge von Scarface) umgebracht und dann in der Gosse abgelegt. Eines der Opfer ist die junge Jnaet [ T. C. Warner ], die nur wenige Stunden zuvor vom Polizisten Jack [ Wings Hauser ] mithilfe der befreundeten Staatsanwältin Sara [ Sarah Douglas ] und entgegen dem Rat des Polizeipsychologen Delbert [ Michael J. Pollard ] eigentlich aus der Stadt und deren Fängen heraus befreit wurde. Jack macht sich selber an die Ermittlungen, wobei auch seine Freundin Holly [ Kathleen Kinmont ] unfreiwillig mit hineingezogen wird.

Eine Nachbarschaft zum Fürchten, eine Gegend zum Abgewöhnen, zum Wegziehen, ein Ort voller Flüche, voller Hass und Schreierei, voller verbaler und dann auch schnell tätlicher Angriffe, in der die Gewalt das Lösen aller Probleme ist und das Miteinander und die Interaktion zwischen den Menschen nicht mehr zählt. Fotografiert erneut von Richard Pepin wird wie auch bei Coldfire die Stadt Los Angeles von seiner hässlichen und abstoßenden Seite gezeigt und gezeichnet, in blassen Farben, in groben Bildern und mit Menschen, die von außen nicht schön sind und von innen auch nicht.

Hauser, der viele Antagonisten in seiner Karriere spielte, aber ebenso viele Polizisten, ist hier wieder als Cop im Geschehen, wobei mit seiner Art und Weise natürlich nicht der anständige Gesetzeshüter und der T. J. Hooker hier gezeigt wird, sondern schon in der ersten Szene eine Frau statt wie 'normal' verhaftet durch das Fenster hindurch und mehrere Stockwerke tiefer auf die Straße geschmissen wird. Eigentlich war der Abend und die Nacht Routine bis dahin, Streifendienst in Zivil, wurde ein lauter Ehestreit und die Meldung darüber auch nicht ernst genommen und auf dem Weg zum baldigen Tatort trotz Dringlichkeit und Gefahr im Verzug erstmal ein Zwischenstopp am Hot Dog Stand eingelegt und genüsslich mit der Kollegin über sexuelle Vorlieben sinniert.

Schöner und erbaulicher nach diesem Fiasko eines Polizeieinsatzes wird der Abend und damit der Film auch nicht mehr, bald darauf ein Pimp auf Raubzug nach Frischfleisch mit einer heißen Suppe verbrüht (von Hauser) und zuvor ein Schauspielaspirant (Coldfire Hauptdarsteller Michael Easton) während eines scheinbaren Castings und dem Nachspielen der Russisch Roulette - Szene aus Die durch die Hölle gehen vor laufender Kamera mit tatsächlich geladener Waffe getötet. Vom Copfilm zum Snuff zum Sleaze und zurück, ein stetes Bewegen am Abgrund der Zivilisation und ein Hinabtauchen in die Kanalisation der Gesellschaft, wobei der Geruch und der Geschmack dessen hier auch wie den Zuschauer selber ekelnd aus der Mattscheibe quillt. Hauser spielt übrigens später auch noch etwas nach, eine Szene aus 9 1/2 Wochen nämlich, wo er mit Marmelade und Milch hantiert und der armen Kathleen Kinmont die beschmierten Finger an den Körper legt und in den Mund steckt, eine Nackedeiszene direkt aus der (Vor)Hölle, die trotz Kinmont und wegen Hauser nur mit Unterhemd bekleidet auch eher gruselig als erregend und sexuell recht verstörend ist.

Sex und Gewalt, der kleine Tod des Orgasmus und der echte Tod, oftmals zusammen geschnitten und gegenüber gestellt, ein Film fern von Hollywood und gleichzeitig über Hollywood, eine Art Die schönen Morde des Eric Binford aus der Grabbelkiste, auch viel direkt vor Ort und dies im nächtlichen Gewusel der amerikanischen Reeperbahn hier und ansonsten natürlich in schmuddeligen Hinterhöfen und beengten Absteigen gedreht. Action gibt's trotz des Buches von Merhi und der Kamera von Pepin übrigens keine bis wenig, Hauser legt bei einer Verfolgungsjagd einen langen Sprint durch Sodom & Gomorrha ein, dann der Glassturz zu Beginn und zwei Stunts, in denen Auto und nachteilig dann auch Mensch involviert sind.

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