Review

Basic Instinct ist vermutlich einer der am meisten überschätztesten Filme, die zum Kassenerfolg wurden.
In einer Phase, als eine ganze Welle dieser Polizist-hat-Affäre-mit-möglichem-Killer-Filme (z.B. Sea of Love)in die Kinos schwappte, machten die Gerüchte um reale Sexszenen am Set zwischen Michael Douglas und Sharon Stone den Film zu einem Skandalschlager, den zu sehen als chic galt. Tatsächlich streut Joe Esterhasz in dem Buch, welches ihn berühmt (und teuer) gemacht hat und gleichzeitig seinen Untergang bedeutete (denn alles was danach kam, ging in einem Rutsch den Lokus runter), reichlich falsche Fährten aus, die den Zuschauer bis zum Schluß (und darüber hinaus) rätseln lassen, wer denn nun wirklich der berühmte Eispickelkiller ist, der Männer beim Liebesakt zur Cocktailzutat verkommen läßt. Dummerweise kommen aber nur zwei Personen in diesem Film in Frage, von denen eine später als vermeintlicher Killer erschossen wird, obwohl wir doch alle jemand anderen im Sinn hatten. Tatsächlich gibt es dann noch den bis in die Frühgeschichte des Kinos (oder der Menschheit) zurückgehenden Schlußgag, der uns alle an der dargebotenen Lösung zweifeln läßt und Raum für Diskussionen offen läßt.
Selbige wären jedoch reine Zeitverschwendung, denn wer mit einer solchen Pointe aufwartet, wenn man von dem zweistündigen Treiben allmählich ärgerlich geworden ist, gehört die Schreibmaschine auf die Finger gehauen (und zwar zwölfmal).
Insgesamt dreht sich nämlich alles nur um die Frage: War es Sharon Stone oder nicht und alle, die noch ihre fünf Sinne beisammen haben, wünschen, sie wäre es, denn einen derart unsympathischen Charakter hat es schon lange nicht mehr gegeben und Michael Douglas ist auch nur einen Hauch besser.
Vielleicht hätten wir doch gewarnt sein sollen, als die Skandalfotos über den großen Teich schwappten, denn was in den USA hohe Wellen schlägt, kratzt in Deutschland eh kein Schwein mehr.
Fazit: ein Film über einen Mordfall, der nicht recht vorankommt und dann auch noch ohne rechte Auflösung bleibt ohne jegliche Identifikationsfigur. Recht gut gedreht (Verhoeven bürgt für Qualität), doch Skanalöses ist daran kaum zu entdecken.
5/10, denn hier ist außer der Besetzung eigentlich alles nur Durchschnitt.

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