"The same produce as every Year"! Vor langer Zeit, wohl zu Silvester, war es, da entdeckte der damalige Über-Entertainer Peter Frankenfeld, auf einem Urlaub, einen ca. 20 minütigen Sketch, der ihm so gut gefiel, dass er ihn mit nach Deutschland brachte, dort drehen- und am Silvester-Abend ausstrahlen ließ: "Dinner for One"! Das Publikum war begeistert und seit dem gibt es nun, jedes Jahr zu Silvester, duzende Wiederholungen in den unterschiedlichsten Versionen (S/W oder in Farbe, im Original oder "up platt") rund um die Uhr, auf allen öffentlich-rechtlichen Kanälen! Doch selbst wenn es täglich laufen würde, man könnte sich diesem Kurzfilm-Klassiker, nie entziehen!
"Der 90. Geburtstag oder Dinner for One" ist einer jener genialen Sketche, die wohl selbst die Generationen in 1000 Jahren noch zum lachen animieren dürfte und bei der man selbst bei der X-ten Wiederholung noch abfeiern muss.
Die Geschichte ist schnell erzählt: Miss Sofie feiert jedes Jahr ihren Geburtstag mit ihren vier besten Freunden. Doch die gute Sofie ist nun schon 90 Jahre alt und hat all ihre Freunde bereits längst überlebt. Also muss ihr Butler James diese Rollen übernehmen. Da er dadurch allerdings auch vier mal so viel Alkohohl trinken muss, als ihre Lordschaft, wird daraus schnell ein feucht-fröhlicher Abend.
Die Genialität und der brüllende Witz im Ganzen liegt vor allem in der Figur des James, brillant dargestellt von Freddie Frinton. Tja eigentlich trägt einzig und allein diese eine Figur den ganzen Kurzfilm. Egal ob es der herrlich übertriebene Gang, das ständige Stolpern über den Kopf des Tigerfells, die clevere Darstellung der verschiedenen Gäste oder die allerliebsten Torkeleien im betrunkenem Zustand sind, man kommt aus dem Lachen einfach nicht mehr heraus. Und wenn James dann auch noch bei jedem Gang "The same produce as last Year?" von sich gibt und Sofie dann "The same produce as every Year" erwiedert, liegt man vor Lachen auf dem Boden. Dazu noch die einzelnen Witzeleien von James und so vieles anderes mehr. Was hier in 20 Minuten an Brüllern vorhanden ist, können einem die meisten Hollywood-Comedys nicht einmal in 90 Minuten bieten!
Nur im letzten (von insgesamt vier) Gängen mag sich dann ab und an mal eine kleinere Länge einschleichen, da aller guten Dinge ja bekanntermaßen drei sind und einem somit beim 4. Mal dann doch alles nicht mehr ganz so komisch vor kommt. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass einem das Zwerchfell schon so derartig wehtut, dass man einfach nicht mehr lachen kann, zumindest nicht so stark wie bei den Gängen davor!
Zu den beiden Darstellern kann man zudem nur positives berichten. Freddie Frinton ist, wie schon erwähnt, wirklich absolut brillant und es könnte wirklich keinen geben, der diese Rolle besser machen würde, als er. Die Comedy-Performance die er uns hier präsentiert, gehört zum besten was es jemals auf Zelluloid gegeben hat. Daran könnte sich manch ein Komiker noch ne gehörige Scheibe von abschneiden. Aber auch May Warden ist als leicht debile Sofie wunderbar.
Fazit: Zum brüllen komisches Sketch-Meisterstück, dass zu Silvester gehört wie Feuerwerk und Party-Laune. Egal wie oft man sich dieses Stück im Leben auch anschauen wird, man wird es niemals ohne zu Lachen sehen können, selbst wenn man es noch so sehr versuchen sollte. Ein brillante Idee, ein großartiger Hauptdarsteller und ein Brüller nach dem anderen, garantieren einen jedesmal die wohl heitersten 20 Minuten des Jahres!
"The same procedure as every Year?" "Of course James, forerver and ever and ever...!"
Wertung: 8,5/10 Punkte