Semi-Klassiker als Anti-„ET“ neu verfilmt
„Invasion vom Mars“: ich beziehe mich im folgenden auf das Remake von Tobe Hooper („Blutgericht in Texas“ [The Texas Chain Saw Massacre], „Poltergeist“) aus dem Jahr 1986.
Zunächst einmal möchte ich ernsthaft bezweifeln, dass es diesen kommerziellen Über-Flop des Horror-Spezialisten Hooper ohne „ET“ jemals gegeben hätte. Die Geschichte um den kleinen Jungen, dessen Umwelt von Marsmenschen unterwandert wird, passt einfach zu gut als Gegenstück zu Steven Spielbergs Kinderfilm-Anhängsel zu seiner „Unheimlichen Begegnung der Dritten Art“.
Anders als „ET“ löst sich „Invasion vom Mars“ gegen Ende hin mehr oder weniger völlig von der Perspektive des Kindes. Darüber hinaus blieb „ET“ Karen Black erspart, die wohl nur in dem immer wieder im deutschsprachigen öffentlich-rechtlichen Fernsehen ausgestrahlten „Landhaus der toten Seelen“-Grusel (Burnt offerings) noch unerträglicher war als hier. Schauspielerisch stellt Louise Fletcher in ihrer wohl fiesesten Rolle als Lehrerin Mrs. McKeltch neben den unscheinbar porträtierten Eltern des Knaben den einzigen Lichtblick dar.
„Invasion vom Mars“ nahm 1953 zusammen mit „Gefahr aus dem Weltall“ (It Came from Outer Space) viel von Don Siegels „Body Snatchers“ vorweg. Anders als Philip Kaufman und Abel Ferrara mit ihren grundverschiedenen „Body Snatcher“-Remakes in den 70er respektive 90er Jahren, blieb Hooper gemäß der „Invasion vom Mars“ zugrundeliegenden, konservativen bis reaktionären Kalter Kriegs-Ideologie am Vorbild kleben und bot lediglich ein bitter nötiges FX-Update auf Basis der ursprünglichen Designs, sowie ein jüngeres Kind als Hauptdarsteller. Müßig zu erwähnen, dass sich Hooper in beiden Punkten Vorgaben von Spielberg annäherte – der Bann des Mainstream lässt einem halt nicht mehr los...
21. Juli 2003