Review

kurz angerissen*

Tobe Hoopers Aufpolitur des 50er-Jahre-Originals, das thematisch lediglich im damaligen Strom mitschwamm und die Invasionsschwemme nutzte, betrifft vor allem den Bereich Spezialeffekte. Der Low-Budget-Charme von damals weicht 80er-typischen Stan-Winston-Gummikreaturen in rosa schimmernden, schleimig-knöchernen Behausungen.

Indes sich beide Filme in Sachen Originalität nicht in Ruhmeswogen schaukeln können, liegt ihr besonderes Gleichstellungsmerkmal in der akribisch eingehaltenen kindlichen Perspektive, die weit über das Plotdetail hinausgeht, dass der Hauptdarsteller jeweils ein Kind ist und die Erwachsenen langsam von Aliens heimgesucht werden. Wird ein idyllischer Hügel vor dem Schlafzimmerfenster des Jungen zur geometrisch ausgeklügelten Horizont-Lichtshow, so spricht Hooper damit gezielt kindliche Imaginationskraft an, die einen schlichten Torfweg mit Holzzaun zu einem Portal in eine andere Dimension umdeuten kann. Die Selbstverständlichkeit, mit welcher der Junge die Verwandlung der Eltern registriert und im Erwachsenenreich auf die Suche nach Verbündeten geht, und die Mühelosigkeit, mit der ihm dies selbst im Gespräch mit hochrangigen Militärs gelingt, gehört zu den offensichtlichen Stärken in der Nachempfindung juveniler Phantastik. Das Artdesign ist kitschig-bunt, leicht trashy und gerade erschreckend genug, um Zuschauer im Alter der Hauptfigur zu schillerndem Kopfkino anzuregen, aber noch so harmlos und durchschaubar, dass Erwachsene den Charme der Effekte anerkennen müssen.

Karen Black durchschreitet den Film als erwachsene Hauptbezugsfigur im alarmierenden Rotlicht mit so mancher Fratze des Entsetzens, die der geistigen Verwandtschaft phantastischer Filme der 50er und 80er weiteren Nachdruck verleiht; selbiges leistet Hunter Carson mit seiner kindlichen Unerschrockenheit, die ihm ein bewusstseinserweiterndes Abenteuer wie dieses überhaupt erst ermöglicht (Szenen wie jene, als er seiner Lehrerin völlig unbedarft in die Marsmenschenbehausung folgt, wären bei einem ängstlich-passiven Kind schließlich nicht denkbar).

Ein alberner, streckenweise unfreiwillig komischer Film letzten Endes, der aber Konsequenz in der Darstellung seiner eigenwilligen Perspektive beweist. Das verlängerte Originalende setzt ihr sogar noch eine Krone auf, die der deutschen Fassung verwehrt blieb.

*weitere Informationen: siehe Profil

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