Review
von Leimbacher-Mario
Da sind'se wieder, die Körperfresser!
Hollywood ist im Remake-Wahn! Halt, schreien da einige - die gab's doch auch schon früher! Z.B. Carpenters "The Thing" ist ein Remake, genauso wie "Invasion vom Mars" von Tobe Hooper, der sich einen angestaubten, aber kultigen Sci-Fi-Horror-Klassiker aus den frühen 50ern zum Vorbild nahm. Und es sogar fast schafft, auf dessen Level zu kommen. Zumindest würde es mir gar nicht soo leicht fallen, eine endgültige Entscheidung zu treffen. Richtig schwer war das für ihn jedoch nicht, da schon das Original nie in der A-Liga gespielt hat. Genauso wie dort, geht es um eine Invasion von gemeinen Marsianern auf unseren Planeten - und ein kleiner Junge ist der Erste & Einzige der dies bemerkt!
Ganz im Sinne der "Invasion der Körperfresser"-Tradition, von denen das 1956rr Original von Don Siegel noch immer unerreicht ist, & auch mit starken Ähnlichkeiten zu "Faculty" aus den 90ern, übernehmen die Aliens in der ersten Hälfte des Films nach & nach Menschen, deren Verhalten von da an extrem seltsam & gruselig wird. Dieser erste Teil der Story ist eindeutig der effektivere & bessere. Teilweise richtig atmosphärisch & mit dem Höhepunkt einer Froschverspeisung im Bio-Zimmer. Wenn dann in der zweiten Hälfte das Fremdschäm-Militär eingreift, man immer mehr von den Marsianern sieht & sich sogar die meiste Zeit in deren (toll designtem) Raumschiff befindet, rasselt der Film immer mehr Richtung kaum aushaltbarem C-Movie, mit nur wenig lustigen, noch weniger spannenden Momenten. Unausgeglichen das Ganze & sehr ärgerlich, selbst wenn ich Änderungen des Tons meist der Überraschung wegen etwas abgewinnen kann. Hier hat das angestrengt & man trauert der mysteriösen Spannung hinterher, selbst wenn man das Thema schon oft & besser umgesetzt kennt.
Zu loben ist das Design der Kreaturen (zwischen eklig & unfreiwillig komisch), die allgemeinen (sogar etwas härteren) Effekte & der Ansatz, Kinder als emotionalen Anker zu nehmen. Weit entfernt von "Goonies" & Co., noch zudem ist der kleine Hauptdarsteller das einzige Kind im Fokus & zudem ein grausiger Schauspieler. Trotzdem immer lobenswert & so gerade für kleinere Menschen ein Tipp, sich mal zu gruseln ohne zu sehr geschockt zu werden. Über den immer gleichen Gesichtsausdruck des blonden Jungen, wenn er etwas Schlimmes sieht, komme ich jedoch einfach nicht drüber :D. Leider sind die dummen Sprüche der Marines oder das aufgezwungene Ende nicht annähernd so köstlich. Insgesamt keine Perle des Regisseurs & eher Andeutung seines langsamen Untergangs, leider.
Fazit: zwischen trashig & gruselig, trifft der Film nicht immer den richtigen Ton & gehört sicher nicht zu den absoluten Must Sees des Genres. In der zweiten Reihe sitzt er aber ganz gut & unterhält in einer stürmischen Nacht, wo man nichts Anderes zur Hand hat, ausreichend!