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Der erste von zwei computertechnisch animierten "Ameisenfilmen" aus dem Jahr 1998 legt seine Gewichtung deutlich auf die Charakterkomik und die Parallelen auf das moderne menschliche Leben. Der märchenhafte Einschlag ist dabei zwar in einigen Passagen beibehalten worden, doch das "Besondere" dieses Streifens liegt eindeutig in den Figuren begründet.

Zu diesem Zweck wurde den Ameisen auch ein Arsenal der höchstdotierten Hollywoodstars als Stimmen unterlegt, allen voran Woody Allen als Z-4195, eine Figur, die nicht nur ihrem Stimmgeber nachempfunden ist, sondern in allen Belangen eine Parodie bzw. Imitation Allens ist. Selbst die Bewegungen erinnern an ihn. Auch bei den weiteren Figuren stimmt alles wie aufs Haar. Gene Hackman und Christopher Walken sprechen die bösen Intriganten im Ameisenvolk, Sharon Stone die widerborstige Prinzessin und Sylvester Stallone ist Z's Kumpel und Muskelpaket Weaver.

Als unterschwellige Botschaft bleibt auch hier das Streben nach Individualität und der Dienst für das Allgemeinwohl beim Durchsieben zurück, ebenso wie die Suche nach "Insektopia" sich als Schlag ins Wasser herausstellt. Am Ende kann Z das Ameisenvolk durch seinen Individualeinsatz mittels Aufruf zur Zusammenarbeit vor dem Untergang retten.

Die erschaffenen Figuren sind bei "Antz", viel mehr als bei "Das große Krabbeln" näher an der Realität und recht kantig gezeichnet, wobei der Niedlichkeitsfaktor natürlich flöten geht, besticht aber durch seinen Charme, seine Durchdachtheit und die vielen Anleihen beim menschlichen Leben, die (wie z.B. die Szene, in der Z beim Psychiater sitzt) den ganz eigenen, aber vielleicht nicht immer kinderkompatiblen Witz besitzt.
Wer turbulente Jokes sucht, wird sicherlich beim Nachfolger besse aufgehoben sein, während hier die anspruchsvolle Unterhaltung mehr im Mittelpunkt steht, weswegen erwachsene Kinder bei "Antz" auch jede Menge zu entdecken haben. Andererseits sind die Dialoge dermaßen geschliffen, daß jedermann eine Menge zu lachen haben wird, der diesen Film nicht einfach nur hinter sich bringen will.
Intelligente und witzige Unterhaltung - selten so gelungene 8/10.

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