"Überlass den Pessimismus mir."
Ameise Z ist ein einfacher Arbeiter, der mit seinem Stand nicht zufrieden ist. Seine Funktion, als kleines Rädchen unter Millionen die Kolonie auszubauen, stellt ihn nicht zufrieden. An einem Abend lernt er Prinzessin Bala kennen, die sich incognito in einer Bar vergnügt. Feuer und Flamme von ihr, tauscht er kurzerhand die Rollen mit seinem Freund, dem Soldaten Weaver, um an einer Parade der Soldaten der Königin teilzunehmen und Bala wiederzusehen. Die Soldaten werden im Anschluss aber direkt in einen Kampf gegen Termiten geschickt. Als einziger überlebt Z den Angriff und wird zum Kriegshelden. Dies sieht General Mandibel garnicht gern, denn er will sämtliche Soldaten der Königsgarde loswerden, um eine völlig neue Ordnung in der Kolonie herzustellen.
Der erste abendfüllende Film von DreamWorks Animation steht in direkter Konkurrenz zu Pixar's "Das große Krabbeln". Trotz des gleichen Settings blickt DreamWorks mit einem ganz anderen Winkel auf die Ameisen. "Antz" wirkt ernster und erwachsener als das leichtfüßig präsentierte "Das große Krabbeln" und zielt somit auf ein älteres Publikum.
Generell hat "Anzt" eine melancholisch-zynische Stimmung. Die Figuren und die Umgebung wirken furchteinflößend, die Story relativ düster. Die Thematik des Insektenkrieges ist mit leichter Brutalität und sehr schwarzem Humor dargestellt, ein politischer Putsch und die eigenwilligen Charaktere bedürfen etwas Einarbeitungszeit. Häufig ist zu erkennen, dass der Animationsfilm nur wenige Aspekte enthält um Kinder zu unterhalten. Diese könnten gar abgeschreckt werden.
Auch die tiefere Bedeutungsebene, eine Anspielung auf die Massenmanipulation und den Elitärgedanken des Dritten Reichs, dürfte eher Jugendlichen und Erwachsenen zugänglich sein. Die unzähligen Anspielungen und Kritikpunkte machen den Animationsfilm aber zu etwas Besonderem. Denn Animationsfilme haben viel zu oft das Merkmal Kinder und Jugenliche als Hauptpublikum anzusehen.
Das Thema um Individualität, Selbstbestimmung und die Parabel um Faschismus und der Entstehung von Heldenmythen wirkt sehr frisch, während der Erzähltythmus doch recht generisch geraten ist. Vor allem in der zweiten Hälfte des Animationsfilms mangelt es an neuen Ideen. Hin und wieder lockern dafür der Wortwitz und eine ungewöhnliche Musikauswahl eingefahrene Pfade auf.
Die Animation ist stimmig. Vor allem die Landschaften glänzen mit zahlreichen Details und vermitteln ein dichtes Gefühl für die Umwelt. Die vermenschlichten Ameisen dagegen wirken durch ihr kantiges Erscheinen sperrig. "Das große Krabbeln" wirkt hier deutlich glatter und auch in den Hintergründen lebensechter.
Im Großen und Ganzen ist "Antz" eine gelungene Animationskomödie, die mit ihrem Humor, ihrer Tiefe und ihrem recht düsteren Stil eher jugendliche und erwachsene Zuschauer anspricht. Pointierte, mitunter scharfzüngige Dialoge lösen die von bester Musik unterlegten Endeckungsreisen ab. Die eckigen Figuren sind gewöhnungsbedürftig und die dürftige Handlung hätte mehr Inhalt verdient. Dennoch hat DreamWorks gegenüber Pixar die Nase vorn, denn der eigenwillige Mix wirkt weniger verbraucht als der abgedroschene Inhalt von "Das große Krabbeln".
7 / 10