Alles für den Club…?
Immer als eine Art weirde, zweite Geige hinter Pixars „Das große Krabbeln“ betitelt, hat auch „Antz“ seine ganz eigenen Stärken und mehr als nur Daseinsberechtigung. In dem sehr frühen und durchaus auch wegweisenden Animationsfilm von Dreamworks zeigt eine etwas schwächliche und aus dem Raster fallende Arbeiterameise seiner in strikte Kasten eingeteilten Kolonie, dass eigenständiges Denken und allgemein Kreativität, Individualität, Besonderheit etwas Gutes sind…
Hier meine festgestellten Punkte, die „Antz“ von seiner Konkurrenz unterscheiden und abheben. Gründe, warum mir dieses Ameisenallerlei heute mehr denn je gut gefallen hat:
+ vielleicht nicht so bunt und hübsch und hochauflösend wie das gleichzeitig erschienene Disneyprodukt, aber durchaus noch immer ansehnlich
+ ein einmaliger All-Star-Voice-Cast (u.a. Stallone, Walken, J.Lo.)
+ erstaunlich düster, erwachsen und brutal
+ sogar mit einer echten Kriegsszene!
+ manchmal eher „Star Ant Troopers“ als Kinderfilm
+ aber auch mit lustigen Seiten und Augenblicken
+ gute Mimik der animierten Ameisen
+ klasse Parallelen zu unseren menschlichen Gesellschaften
+ feine (sogar politische) Aussagen zu Themen wie Klassenkampf, Militärismus, eigenständiges Denken, Rangordnungen usw.
+ ziemlich authentische Ameisenkörperdarstellung
+ ein fieser (wenn auch etwas generischer) Bösewicht
+ viele unterschwellige Infos über Ameisen und ihre Art
+ war noch vor dem Pixarhit im Kino
+ noch nicht ganz so poppig und musikalisch aufgedunsen wie viele spätere Dreamworkstitel
+ Woody Allen durchaus schnippisch und passend in der Hauptrolle (wenn auch damals schon etwas zu steif und alt wirkend)
+ sehr polarisierend (s. Rotten Tomatoes-Scores)
+ hat sicher damals einige Eltern geschockt im Kino
+ interessante Entstehungsgeschichte
+ knackige, auf den Punkt gebrachte Laufzeit (wenn auch mit etwas verschenktem Potenzial und „Anfängerfehlern“)
Fazit: die reifere, düsterere Alternative zu „A Bug's Life“. „Antz“ ist oft großartig und überraschend vielschichtig. Nur das Finale bleibt etwas hinter den Erwartungen zurück. Und manche Setpieces wie „Insektopia“ hätten spektakulärer gestaltet werden können.