Nun, nachdem nun in den diversen Medien derart viel "Tam Tam" um die Serie gemacht wurde fläzte auch ich mich nun pflichtschuldigst einmal vor die Flimmerkiste, um mir einen eigenen Eindruck der Serie Popetown zu verschaffen. Hatten doch Kirchenvertreter, Politiker und Medienwächter exzessiv gegen die vermeintlich blasphemische Sendung des "vormaligen" Musik-Kanals MTV (der mittlerweile mehr und mehr von diesem Urkonzept abkommt) schon im Voraus passioniert gewettert, ja sie sogar als Gegenstand eines Verfahrens vor den Kadi gebracht. Nun, im Nachhinein betrachtet war das Ganze wohl äußerst kontraproduktiv und sie hätten wohl besser die Freßluke gehalten. Denn was ihre Bemühungen bewirkt haben, ist bestimmt nicht im Sinne der erbosten Eiferer und stellte an Werbewirksamkeit den Effekt jeder etwaigen Promotionkampagne locker in den Schatten. Denn durch den ganzen Aufruhr wird MTV wohl nicht schlecht Quote mit dieser Animationsreihe fahren.
Und das, wie ich sagen muß, definitiv zu Unrecht. Es ist ein schieres Wunder, dass irgendjemand (in offenkundiger geistiger Umnachtung) die Gelder bewilligte um diesen Murks überhaupt erst zu produzieren. Denn die Serie ist bar jedweden Sinns. "Gut", mögen nun einige sagen, "das waren South Park u.Ä. auch und trotzdem war's gut." Richtig, richtig. Nur dass South Park witzig war! Popetown hingegen ist eine universale Themenverfehlung, ein Totalausfall. Egal in welche Richtung man blickt und wie immer man es auch betrachtet:
"Ist es eine Parodie?" - Die Serie möchte sich zumindest offenkundig als solche verstehen, scheitert jedoch bereits in den Grundkriterien dieses Genres. Denn abgesehen vom real existenten Vatikanstaat gibt es schlicht keinerlei Bezüge zur Wirklichkeit. Keiner der hier verwandten Charaktere hat mit irgendeiner realen Person Ähnlichkeit, nicht im Entferntesten. Selbst der infantile Papstverschnitt weist nicht eine Paralele zu seinem echten Pendant auf und so erstickt sich die Möglichkeit der Realsatire hier selbst im Keim.
Nun gut, aber wenn schon keine Satire dann doch wohl immerhin Comedy, oder? Denn zumindest das sollte eine Serie, die den Papst (warum auch immer...) als bockiges Kleinkind mit einem geschätzten IQ von 67 darstellt, doch bringen. Aber weit gefehlt! Denn hier gibt es keine Witze, nicht mal schlechte. Nichts, nada, nothing... Das einzige was die Akteure hier durchweg praktizieren ist groteskes Verhalten ohne jeglichen Sinn und Verstand: Der Papst wäscht sich nicht und sein angewiederter Lakai muß ihm den eingewachsenen Dreck vom Rücken kratzen... Der Papst nimmt seinen Kopf ab und spielt damit ausgiebig Fußball... o.O - Eine unfaßbare und witzfreie Dümmlichkeit reiht sich in dieser Serie an die nächste und man versucht als Zuschauer die ganze Zeit verzweifelt, dem Reflex zum Umschalten (der mit jeder Laufzeitminute immer übermächtiger wird) zu widerstehen, um villeicht doch noch zu verstehen was die Macher mit dieser Serie eigentlich bezwecken wollen... Doch diese Bemühungen bleiben fruchtlos, denn neben den komplett wirren und einfallslosen Storylines von Popetown wirken selbst die Teletubbies wie intellektuelles Kulturmaterial, die Qualität von Animation und Drawings sind diskutierbar bis inakzeptabel, und jedwede Art von Witzigkeit wurde fast schon wie gezielt vermieden.
F A Z I T :
Popetown ist Zelluloid gewordener Schwachsinn. Aber das nicht im komischen, trashigen Sektor, sondern im hirnzersetzenden "Wenn ich jetzt nicht umschalte dann erschieß' ich mich"-Sinne. Selten hat die Film- und Fernsehbranche einen derartigen Intellektschredder hervorgebracht, der sich ohne Sinn, Witz oder auch nur irgendein positives Attribut so nutzlos und öde über den Bildschirm langweilt wie Popetown. Lediglich extrem fundamentalistische Länder könnten mit diesem (man verzeihe die saloppe Ausdrucksweise) Bullshit vermutlich etwas anfangen, um mit ihm den Verstand ihrer armen Opfer in den Folterkammern schnellstmöglichst zu zermürben. Würde mich also nicht wundern wenn sich der Iran oder Nordkorea vielleicht demnächst die Rechte an diesem Abschaumprodukt der Zeichentrickwelt sichern. Das einzig Positive daran wäre wiederum, dass wir diesen filmischen Auswurf dann wenigstens los wären. Es gibt Serien, die sollte es nicht geben. Hier keimt unwillkürlich der Wunsch auf, Volksverblödung zum Verbrechen zu erklären und die Serie anschließend auf eben diesen Tatbestand zu verklagen.