Wer bist Du? Hast Du eine Frau oder Freundin? Egal, wer sie ist, ich finde sie. Und dann tu ich ihr weh. Und dann werde ich Dich töten und zwar vor ihren Augen. Dieses Zitat lässt schon erahnen, mit was für einem gefährlichen Gegner Ethan Hunt sich dieses Mal herumschlagen muss. Also auf zum dritten Streich in der Mission: Impossible-Reihe. Tom Cruise schlüpft erneut in die Rolle des Superagenten Ethan Hunt, der sich mal wieder mit einer unmöglichen Mission auseinandersetzen muss. Mit einem Budget von 135 Mio-$ und unter Leitung von Regiedebütant J.J. Abrams stellt er sich seinem bisher gewieftesten Gegner. Ermöglicht Hunt wieder das Unmögliche?
Nichts ist unmöglich
Im Leben von Geheimagent Ethan Hunt (Tom Cruise) hat sich einiges verändert. Er hat nicht nur seinen Dienst als aktiver Außendienstler für seinen Brötchengeber IMF (Impossible Mission Force) gegen einen weitaus ungefährlicheren Ausbilderjob eingetauscht, sondern auch die Vorteile der trauten Zweisamkeit mit seiner Freundin Julia (Michelle Monaghan) entdeckt und plant, sie zu heiraten. Dass er jedoch keineswegs so pensioniert ist, wie er es sich erhofft hat, wird Ethan spätestens dann klar, als der IMF ihn zu einer Rettungsaktion einer Jungagentin beordert, die er ausgebildet hat und die nun in den Fängen des skupellosen Waffenhändlers Owen Davian (Philip Seymour Hoffman) brutal gefoltert wird. Zusammen mit seinem alten Freund Luther (Ving Rhames) und zwei neuen Team-Mitgliedern macht sich Hunt in Berlin an die Rettung. Schauplatzwechsel. Im Vatikan versucht Ethan nun, den Obergangster höchstpersönlich zu schnappen. Dieser kann jedoch nach der sicher geglaubten Überführung spektakulär befreit werden und macht seine Drohung wahr. Er kidnappt Hunts Freundin und erpresst ihn, innerhalb von 48 Stunden die sogenannte „Hasenpfote“ zu beschaffen, einen Gegenstand von enormer Zerstörungskraft. Ethan will um jeden Preis verhindern, dass Julia getötet wird, doch die Zeit läuft gegen ihn…
This message will destruct in 5 seconds
Regisseur J.J. Abrams sammelte vor seinem ersten abendfüllenden Spielfilm bereits Erfahrung auf dem Terrain des Agententhrillers. Für die TV-Serie Alias – Die Agentin inszenierte er einige Folgen und schien dadurch geradezu prädestiniert für die Realisierung von M:I-3. Und in der Tat ist dieser Mann ein wahrhaftiger Glücksgriff. Nachdem Brian de Palma anno 1996 die Filmreihe startete, schickte Actionästhet John Woo Tom Cruise im Jahre 2000 zum zweiten Mal in den Kampf. Dieser zweite Ausflug in das Reich der unmöglichen Missionen wurde von vielen Kritikern jedoch verrissen. Die Story sei unrealistisch, die Dialoge zu aufgesetzt und die Action zu seelenlos. Dass hier teilweise auch über das Kritikerziel hinausgeschossen wurde, ist klar, denn so schlecht war M:I-2 beileibe nicht, jedoch hat sich Regisseur Abrams die Negativpunkte offensichtlich zu Herzen genommen und versucht, diese im dritten Teil nicht zu wiederholen, was ihm sehr gut gelungen ist. Die Beziehung zwischen Ethan und Julia ist emotional und glaubwürdig und wirkt keinesfalls so kitschig wie im Vorgänger. Auch ist es schön zu beobachten, dass dieser Handlungsstrang immer wieder im Film auftaucht und nicht bloßes Beiwerk ist. Alles, was in dem einen Subplot passiert, hat Auswirkungen auf den anderen. Ebenfalls positiv zu bemerken ist, dass die Beschaffung der „Hasenpfote“ nicht als simple Variation von Teil 1 und 2 verwurstet, sondern konsequent einfach rausgelassen wurde. Man kann sich ja denken, was passiert (und es passiert wahrlich schon genug). Das eigentliche Duell zwischen Oberfiesling Philip Seymour Hoffman, der auch in diesem Hochglanzmainstreamer beweist, warum er ein würdiger Oscargewinner ist, und Tom Cruise, der hier ebenfalls weitaus besser spielt als in seinen letzten Werken, ist gespickt mit Actioneinlagen rund um den Globus. Berlin, Rom, Shanghai und diverse andere Orte sind Schauplatz für atemberaubend photographierte, aber nie zu unecht wirkende Actionszenen, die ganz klar den Trumpf dieses Films darstellen. Dass der Trend wieder mehr zu handgemachter Action geht, ist begrüßenswert und anhand der grandiosen Inszenierung in M: I-3 auch verständlich. Krachende Explosionen, ausufernde Shootouts und Verfolgungsjagden vertreiben die Langeweile im Nu. Der Härtegrad ist für FSK-12 schon beachtlich, aber noch akzeptabel, da nie wirklich explizit. Teil 2 krankte an einigen sehr langatmigen Dialogszenen, die zwar die Handlung vorantrieben, aber dabei leider auch den Film ausbremsten. Die gibt es zwar auch hier, nur ist das Spannungslevel hier so hoch, dass die Lauflänge von 126 Minuten nicht erheblich ins Gewicht fällt oder gar stört.
Mission: Accomplished
Der dritte Teil ist klar der beste der Reihe. Die spannende Geschichte und die audiovisuell überwältigenden Actionszenen lassen Mission: Impossible 3 zum bisherigen Actionhighlight des Kinojahres 2006 werden, das nur noch schwer zu toppen sein wird. Klar, dass einen vor allem anspruchsloser Mainstream erwartet, aber in der Qualität? Warum nicht? Dass sich Tom Cruise mit diesem Film wieder als Actiondarsteller etablieren wollte, war ja allgemein bekannt, nur wirklich zugetraut hat man es ihm nicht. So kann man sich irren. Nett, Teil 4 kann kommen.
Fazit: 8 von 10 Hasenpfoten
Dialoghighlight: siehe Intro