Nach einer dramatischen Eingangssequenz springt der von J. J. Abrams inszenierte dritte Teil der Kinoreihe um den Agenten Ethan Hunt zurück und schildert die Ereignisse bis dahin. Das neben Abrams von Alex Kurtzman und Roberto Orci verfasste Skript hangelt sich dabei an einer bekannten Formel entlang, narrativ bietet Nummer drei der Reihe solide Agentenkost mit einer Hatz um den Globus nach einem MacGuffin, wobei man hier noch eine persönliche Komponente für Hunt einbaut. Nach neunzig Minuten darf man sich dann dezent verarscht fühlen.
Sicher ist es nett, sich die Durchführung der ganzen Pläne anzusehen. Und ist dies mitunter auch hanebüchen, so macht das ja auch ein Stück weit den Unterhaltungswert aus. Was weniger dazu beiträgt, ist die gesamte Präsentation. Übersicht ist dem Film fremd, gerade in Actionsequenzen ist man meist zu nah dran, gesteht dem Szenario keine Größe zu und wackelt sich durch schlecht gewählte Bildausschnitte. Das raubt dem choreographiertem Krawall die Wucht und man bekommt nie ein Gefühl für die Umgebung. Da schadet sich das Werk selbst.
Bei der Besetzung gibt es neben Tom Cruise und Ving Rhames wieder ein paar neue Gesichter, an viele braucht man sich aber gar nicht erst gewöhnen. Cruise selbst ruft seine gewohnten Ausdrücke ab und darf auch wieder ganz toll rennen, so richtig sympathisch wird mir die Figur aber einfach nicht. Wenigstens ist Hunt hier nicht mehr der Übermensch aus dem Vorgänger. Cool ist Maggie Q in einer Nebenrolle im Team (welches sich nie wie eins anfühlt) und Simon Pegg hat als Benji seinen ersten Auftritt in der Reihe, welcher er erhalten bleiben sollte.
Das Highlight ist allerdings Philip Seymour Hoffman als Owen Davian. Jede Szene mit ihm gehört ihm auch, der Mann war einfach ein charismatischer Darsteller und wertet den Film spürbar auf. Sein Davian ist ein kalter und bedrohlicher Bösewicht, der Eindruck macht.
„There's a point where bold becomes stupid.“
Teil drei der Reihe um die unmöglichen Missionen bietet wieder die örtliche Abwechslung und manch explosive Sequenz. Leider sieht das alles unnötig unübersichtlich aus, ist wackelig, zu nah, wirkt nie so groß wie es sollte und verbaut sich selbst jeden wuchtigen Eindruck. „M:I:III“ ist visuell verschwendet, inhaltlich routiniert und hat als einziges wirkliches Highlight Philip Seymour Hoffman.