kurz angerissen*
Solange Pyun auf dem fernen Planeten Arturos verweilt, bündelt er kindliche Fantasie ohne Grenzen in staubige Wüstensettings und lässt die Vorstellungskraft der Zuschauer dabei wesentlich härter arbeiten als höher budgetierte SciFi-Filme mit besseren Effekten. Wenn hier von Superwummen und fiesen Erzfeinden ohne Gliedmaßen die Rede ist, erledigt das Kopfkino bereits wesentlich effizientere Arbeit als der Regisseur am Set, der irgendwo zwischen "Mad Max" und "Cherry 2000" seine Zelte aufschlägt, um eine behelfsmäßige Billigversion derselben anzubieten.
Sobald dann die Erde angesteuert wird (wo sonst als mitten in der Bronx sollte der Alien-Cop landen), kommen dann die Miniatureffekte ins Spiel, die als provisorische Mittel zum Zweck für einen Jahrzehnte älteren Klassiker wie „Incredible Shrinking Man“ schon dem Selbstverständnis nach keine Konkurrenz sind und nicht sein sollen – Full Moon arbeitete eben immer schon nach eigenen Naturgesetzen. Die Pointe hinter dem kleinen Cop zwischen großen Erdenbewohnern ist die, dass die Klappe immer noch groß genug ist, um es nicht nur mit dem Gegenspieler aufzunehmen (Visagen-Darsteller Jackie Earle Haley), sondern mit jedem aufmüpfigen Riesen vom Planeten Erde, der sich ihm in den Weg stellt. Ebenso gut hätte man bei "Sledge Hammer" eine Schrumpfepisode einbauen können; das Resultat wäre wohl in etwa das gleiche gewesen.
Das Konzept klingt auf dem Papier wesentlich besser als es in Aktion aussieht, die Hirnrissigkeit lässt aber über die recht öde Regie hinwegsehen und lädt dazu ein, die kostengünstigen Spezialeffekte so zu nehmen, wie sie sind und Tim Thomerson jedes Mal zu feiern, wenn er durch seine getönte Sonnenbrille hindurch wortlos an der Kamera vorbeiblickt.
(4.5/10)
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