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Eigentlich wollte Thunder (Trash aus Riffs 1&2)mit seiner hübschen Freundin Shyla nur ein glückliches Leben führen, doch als auf einem indianischen Friedhof gebaut werden soll, erkennt er seine Rechte und streckt den Ämtern seine Faust entgegen. Doch die korrupte und ignorante Polizei toleriert keine rebellischen Indianer, so bekommt Thunder erstmal sein Fett weg. Von nun an als Aussenseiter geächtet, wird er noch von Bauarbeitern gefoltert und von Polizisten verdroschen. Doch sein Racheakt ist nicht fern. Mit Pfeil & Bogen bewaffnet, verteidigt er sein Recht, seinen Stolz und sein heiliges Land. 1 Mann gegen die ganze Staatsmacht. 

Oh haua, da hat der italenische Regisseur Fabrizio de Angelis (Killer - Crocodile) mit seinem Regiedebut aber mächtig bei Rambo abgekupfert, und ohnehin bietet Thunder jegliche Klischees, die so ein simpler und oller Amiactionklopper so braucht. Angefangen von den Grabentweihenden Bauarbeitern bis hinzu pöbelnden und recht typisch primitiv gezeichneten Bullen. Aber was wäre unsere Filmgeschichte ohne die typischen Nachzügler, Hypemitschwimmer und Trashplagiate. Klar, sie wäre extrem langweilig, und so entsteht zumindest für den kurzen Augenblick ein kleiner, aber feiner, recht unterhaltsamer, bisweilen ideenreicher Actiontrasher der besseren Sorte. Aber erstmal vorweg:

Thunder hat mit seinem titelgebenden Helden erstmal eine Figur, die zwar anfänglich noch recht unbeholfen und klein erscheint, aber durch etliches Einstecken in vollster Wut aufgeht. Gut, recht wortkarg und emotionslos geht der langhaarige angehende Staatsfeind dabei schon vor, aber das ist insofern auch egal, schliesslich soll er keine tiefgründigen Phasen dreschen, sondern bloss den schnurbarttragenden Bullen eins auffe Mütze geben. Und das klappt dabei sogar richtig gut. Action ist in den Anfangsszenen zwar Fehlanzeige, aber im Mittelteil und von Sequenz zu Sequenz nimmt der Film an Fahrt und vorallem an Herzblut auf, so dass er nur so kracht. Und von Krach kann deutlich die Rede sein, da bleibts nicht bei einfachen Lackschäden, da werden zig Bullenkarren zerdeppert, verschrottet und explodiert, Dinge in die Luft gesprengt, skalpiert und mit Bazookas geschossen. Das Alles präsentiert De Angelis so flott und simpel, dass man als geneigter Zuschauer ohne jeglichen Anspruch nur so mitfeibert. Die gewissen Zeitlupenszenen dürften zwar zeitweise etwas nerven, zumindest kommen hierbei aber gut die Actionszenen rüber. Das Ende, als Thunder mit Radlader, Schwein beladen und Bazooka die Bank stürmt ist ohne Zweifel grossartig eingefangen und zeugt von der Stärke des einfallsreichen Regisseurs.

Dieser fängt die Wüstenlocations mit seinen endlangen, weiten Sandbergen wunderbar atmosphärisch, das alles untermalt mit einem typisch monumentalen Score, der zeitweise und situationsgenau auch ein wenig Dramatik und Mitgefühl aufbauen kann, auch wenn die Charaktere freilich keinerlei Identifikationsfiguren darstellen. Gross ist da sicher der mieseste und charakterschwächste Bulle im Ort, Berry mit Schnauzbart spielt seine Rolle als rassistischer Bulle wunderbar und der Falke, der das landesweite Radio leitet, sorgt für die gewisse Seele in dem an sich recht seelenlosen Treiben. Mit seinen Radiosendungen, in denen er dem, mittlerweile zum Staatsheld ernannten Thunder huldigt, untermalt er herrlich die Szenerie und Kämpfe.

Fazit:
Thunder ist ein anspruchsloser und simpler Rambonachzügler und kann mit seiner Action freilich anspruchslose Gemüter erheitern. Viel Action, viel Innovationen und mit der gewissen, italienischen Brutalität versehen, dass es nur so kracht. Identifikationscharaktere gibts zwar keine, dafür aber ordentlich Wumms und eine übertriebene Handlung.

60%

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