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Comic-Mutantenstadl, die dritte. Wolverine und Co. sind wieder da und raffen sich auf zum laut Verleih „Letzten Widerstand“ gegen die engstirnigen Menschen und ihre Bekämpfungsmethoden. Wird er so actionreich und unterhaltsam wie die beiden Vorgänger?

Die Heilung
Einem Team aus menschlichen Wissenschaftlern ist der Durchbruch im Kampf gegen das X-Gen gelungen. Sie haben einen Impfstoff entwickelt, der dieses unwiderruflich zerstört und Mutanten binnen weniger Sekunden wieder zu Normalsterblichen macht. Mit einer groß angelegten PR-Kampagne und unter Leitung des US-Präsidenten wird versucht, die Mutanten von selbst dazu zu bewegen, sich „heilen“ zu lassen, doch dass das nur der erste Schritt ist, steht außer Frage. Die X-Men um Professor Xavier (Patrick Stewart) sind sich der enormen Gefahr genauso bewusst wie auch ihr finsterer Gegenspieler Magneto (Ian McKellen), der mithilfe der geheimnisvoll wiederauferstandenen Jean Grey (Famke Janssen), die jetzt wesentlich mächtiger ist als zuvor und auf den Namen „Dark Phoenix“ hört, die medizinische Gefahr für die Mutanten sowie alles und jeden auslöschen will, der sich ihnen dabei in den Weg stellt. Doch dass auch die Mannen um Wolverine (Hugh Jackman), Storm (Halle Berry) und Co. da noch ein Wörtchen mitzureden haben, ist natürlich logisch und so entbrennt ein erbarmungsloser Kampf, bei dem sich die Fronten immer mehr verwischen…

Angriff ist die beste Verteidigung
Anhänger der Comics und der Filmreihe waren bestürzt und ahnten Böses, als bekannt wurde, dass nicht Bryan Singer, der Regisseur der beiden sehr guten Vorgänger, sondern sein guter Freund Brett Ratner (Rush Hour 1+2) den Regiestuhl von Teil 3 besetzen würde und sprachen schon von dem Untergang des Franchises. Dass diese Befürchtungen jedoch ziemlich aus der Luft gegriffen scheinen, wird bei Sichtung von X-Men 3 deutlich. Er knüpft vom Stil her nahtlos dort an, wo die anderen beiden Teile schon waren und bleibt dem Look der Reihe treu. Immer noch dreht sich im X-Men-Universum alles unterschwellig um die moralischen Themen Ethik, Rassismus, Mut und Verantwortung und immer noch werden sie so kunstvoll in den Plot eingearbeitet, dass X-Men 3 genau wie seine Vorgänger bedenkenlos als Sommerblockbuster bezeichnet werden kann, der einen hohen Unterhaltungswert hat und doch nicht so hirnlos daherkommt wie ähnliche Budgetkaliber. Die Geschichte fesselt trotz der hohen Actionquote und bleibt bis zum Ende dramatisch. Die etablierten und beliebten Charaktere wie Wolverine, der sich sprücheklopfend von einem Kampf zum nächsten schlägt, aber auch neue wie „Beast“ (Kelsey Grammer) oder „Juggernaut“ (Vinnie Jones) haben augenblicklich die Zuschauersympathien inne. Andere Charaktere und Nebenplots hätten durchaus weggelassen werden können (der Mutant mit den Engelsflügeln), ihr Vorhandensein resultiert aber dennoch nicht in dem Empfinden, dass der Film zu lang ist. Auch schön zu beobachten, dass die Beziehungen zwischen den einzelnen Figuren weitergesponnen werden und sich durch die gesamte Trilogie ziehen, was nicht selbstverständlich ist. Die audiovisuelle Präsentation ist erwartungsgemäß überwältigend. Feinste Partikeleffekte, bombastische Zerstörungsorgien und sonstiger kunstvoller Schnickschnack bezaubern Augen und Ohren (was aber auch für Halle Berry und Famke Janssen gilt).

Quo vadis, X-Men?
Die Frage, die sich nun stellt, ist folgende: Wie geht es weiter? Wird X-Men eine Trilogie bleiben oder sehen wir unsere Helden wieder? Teilweise wurde diese jedoch schon beantwortet. Die Vorbereitungen für ein Spin-Off mit Wolverine laufen auf vollen Touren, angedacht ist zudem ein Film über die frühen Jahre von Professor Xavier und Magneto. Zudem wäre Marvel schön blöd, wenn es eines seiner einträglichsten Franchises jetzt plötzlich begraben würde. Auch, wenn es reichlich unrealistisch anmutet, darf ein vierter Teil gerne kommen, wenn er genauso gut wird wie die drei vorangegangenen.

Dialoghighlight: „Die Welt geht unter und ihr sitzt da und macht ein Päuschen?“

Fazit: 8 von 10 Heilmitteln

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