Review

"X-MEN" war neben "SPIDER-MAN" schon immer mein absolutes Highlight unter der Vielzahl der aktuellen Comic-Verfilmungen.
Nach dem sensationellen ersten Teil und der spektakulären Action-Orgie des Nachfolgers war meine Erwartungshaltung nach dem Absprung des Regisseurs Bryan Singer, der sich lieber um die Rückkehr von "Superman" kümmert, leicht gedämpft. Dennoch konnte ich mir ein enttäuschendes Filmerlebnis nach den beeindruckenden Trailern nicht vorstellen. Und der Film hat mich letztendlich auch nicht enttäuscht, wenngleich das gewisse Etwas im Vergleich zu den beiden Vorgängern meiner Meinung nach gefehlt hat.

Zuerst zur Story: Die Menschen haben ein Serum entwickelt, das Mutanten ermöglicht ein normales Menschenleben zu führen. Manche Mutanten sehen das aber gar nicht gerne und fühlen sich bedroht. Angeführt von „Gandalf“ Magneto und dem Überwesen „Dark Phoenix“ sammeln sich die schwarzen Mächte der Mutanten „Herr der Ringe“-mäßig in den Wäldern des Auenlandes … halt; falscher Film! … um die bösen Menschen und das Serum zu zerstören. Aber da haben sie die Rechnung ohne die zahlenmäßig arg dezimierten X-Men gemacht (Nein, ehrlich. Gerade in oben genannten Szenen fühle ich mich mehr als einmal an Peter Jackson’s Meisterwerk erinnert!).

Diese Ausgangsbasis reicht für Bret Rattner („Roter Drache“), um in den nächsten andertdreiviertel Stunden ein Action-Feuerwerk abzuschießen, dass die Wände wackeln. Bei der phantastischen Materialschlacht bleibt kaum Zeit zum Luft holen, so gewaltig, derb und roh kommt die Action rüber. Die zahlreichen neuen Figuren bereichern die Story mit anderen Ideen und Fähigkeiten. Fraglich ist nur, warum man die Mutanten-Bösewichte fahrlässig durch Land kutschiert, wenn man doch das Anti-X-Gen entwickelt hat??? Na klar, sonst hätte man sich die letzte Stunde des Films ja sparen können! Aber wir sind ja nicht in einem höchstanspruchsvollen Drama sondern im Bereich des phantastischen Films unterwegs, wo man derartige Fragwürdigkeiten schon mal in Kauf nimmt.

Es kracht und bummt und Juggernauts Schädel brummt – Bei der Vielzahl an spektakulären Spezialeffekten und Action-Szenen vergeht die Zeit wie im Flug – Leerlauf? Fehlanzeige!
Leider weiss der Regisseur im Gegensatz zu Synger den eigentlichen Stars des Films – den Charakteren – deutlich weniger Aufmerksamkeit und Tiefe zu verleihen, was einen wesentlichen Schwachpunkt des Films ausmacht. Aber was wollen wir jammern.
Der Film bietet Popcorn-Kino in Reinkultur und Perfektion! Verzeihen wir die kleinen Schwächen und lassen uns berieseln von der unglaublichen Wucht der Ereignisse.
Alle Fans der „X-MEN“-Filme werden auch am dritten Kino-Abenteuer ihre Freude haben.

Prinzipiell ein würdiger Abschluss, wenngleich man sich das ein oder andere Hintertürchen für eine erneute Fortsetzung wieder offengehalten hat. Wen würde es nach den unglaublichen Erfolgen der ersten Teile wundern???

(8 / 10)

Details
Ähnliche Filme