Ich war gespannt wie ein Flitzebogen auf den neusten Streich der X-Men. Doch leider wurden meine Erwartungen nicht vollständig erfüllt.
Ein Heilmittel gegen den Mutantenvirus macht die Runde. Dieses ermöglicht es den Mutanten wieder ein „normales“ Leben ohne ihre Mutantenkräfte zu führen. Magneto sieht in dieser Heilung natürlich den nächsten Genozid und versammelt eine Mutantenarmee um sich, um gegen das Mittel und dessen Verfechter vorzugehen. An seiner Seite auch die wieder auferstandene Jean Grey – Phoenix.
Der Film schließt relativ nahtlos an den zweiten Teil an und bringt die Phoenix Saga auf den Plan (wenn auch anders als im Comic). Ansonsten sind wieder alle wichtigen Mutanten der Vorgänger dabei, zum Glück auch meist von den originalen Darstellern verkörpert. Nur Nightcrawler ist spurlos verschwunden. Leider erfährt man nix über seinen Verbleib (dies soll im Videospiel erklärt werden). Neu auf der Matte stehen u.a. Beast und Archangel. Von Gambit fehlt leider immer noch jede Spur.
Die Produktion und die Effekte sind eine Wucht. Der Film sieht wirklich klasse aus. Computereffekte sind kaum als solche zu erkennen. Wirklich eine echte Augenweide. Die Darsteller liefern ebenfalls wieder tolle Leistungen ab. Gerade die schauspielerischen Leistungen sorgen mit dafür, dass die Geschichten um die Mutanten so real wirken und Glaubwürdigkeit ausstrahlen. Daher wirken von allen bisherigen Superheldenverfilmungen die X-Men am realistischsten.
So gut das auch alles klingen mag. Leider ist der Film nicht so gut wie sein Vorgänger. Das liegt sicherlich auch mit daran, dass Brian Singer das Zepter abgab, um „Superman“ zu verwirklichen. Die Regie unter Brett Ratner ist zwar nicht schlecht, aber es fehlt das gewisse Etwas. Zudem ist die doch recht vielschichtige Handlung ziemlich zusammengestaucht. Viele der Charaktere vor allem Archangel haben keinen Platz sich zu entfalten. Alles wird ziemlich schnell auf den Punkt gebracht und das ist schade.
Die Action entschädigt aber schon wieder für einiges. Denn was hier abgeht muss man gesehen haben. Vor allem der Showdown hat es in sich. Der Film wartet sowieso mit einigen Überraschungen auf, mit denen wohl viele nicht gerechnet hätten. Einen kleinen Dämpfer gibt es in der deutschen Fassung zu vermelden. So fehlen einige Soundeffekte z.B. das Knacken des Genicks bei Mystiques Ausbruch aus dem Truck. Dies sei aber nur nebenbei erwähnt.
Fazit: Immer noch tolle Superheldenverfilmung, der leider die Tiefe der Vorgänger fehlt. Von technischer Seite her ist „X-Men III“ herausragend. Fans der X-Men müssen sich den Film ansehen.