Review

Urteil des COPFKILLERS (ausschließlich für Fans des Ungewöhnlichen):

"Poseidon" ist für mich ein absolutes Armutszeugnis für Wolfgang Petersen der nie wieder sein Meisterwerk "Das Boot" erreichte. Spektakuläre Actionszenen bestimmen von Anfang an den Plot (welcher kaum vorhanden ist) und einstmals große Namen wie Kurt Russell oder Richard Dreyfuss feißen heute niemanden mehr vom Hocker.

Zielgruppe dieses Films ist ein popcornfressendes Mainstream-Publikum die sich vollkommen zufrieden geben mit diesem uninspiriertem Multimillionen-Einheitsbrei.

Wie gesagt: Unterhaltsam, doch für die vorhandenen Standards absolut erbärmlich.


Ein Mainstreampublikum kann sich an folgender Besprechung orientieren (denn nichtmal als purer Kommerzfilm funktioniert "Poseidon"):


„Poseidon“ ist das neue Werk von Wolfgang Petersen, der mit seinen letzten Filmen nicht mehr überzeugen konnte, waren „Der Sturm“ und „Troja“ doch sehr durchwachsene und konventionelle Hollywood-Kost. Nun, fast 10 Jahre nach dem Welterfolg „Titanic“, versucht sich der deutsche Starregisseur an einem Hochsee-Actiondrama spektakulären Ausmaßes und gleichzeitig an einem Remake zum Katastrophenfilmklassiker „Die Höllenfahrt der Poseidon“.

Mit den Altstars Kurt Russell und Richard Dreyfuss, sowie Nachwuchsdarsteller Josh Lucas recht namhaft besetzt, doch ein wahrer Publikumsmagnet findet sich nicht unter den Schauspielern. Außerdem kennt sich der Regisseur mit dem Element ja bestens aus, ausser den "Sturm" drehte Petersen schließlich den Meilenstein "Das Boot", dementsprechend versiert und hochwertig ist auch diesmal wieder die Atmosphäre auf hoher See eingefangen, die brillanten Charaktere aus dem Klassiker "Das Boot" bleiben aber unerreicht. „Poseidon“ ist absolut konventionelles Mainstreamkino, völlig ohne Überraschungen und mit allen Stärken und Schwächen eines typischen Blockbusters: Natürlich gibt es spektakuläre Effekte zu sehen und die sind wirklich gelungen – besonders positiv fällt auf das der Einsatz eben jener nicht zu sehr ausgereizt wird. Obwohl es vor allem in der zweiten Hälfte viele actionreiche Sequenzen gibt hält sich Petersen doch zurück und versucht kein seelenloses Spektakel abzuliefern. Doch leider sind sämtliche Charaktere zu flach geraten um wirklich zu überzeugen, und alle Klischees werden mal wieder bedient.

Störend wirkte sich auf mich der Heroismus aus, der besonders stark gegen Ende auffällt und den Film da einordnet wo die letzten Regiearbeiten von Petersen (spätestens seit „Air Force One“) zu finden sind: Unter den unzähligen Hollywoodfilmen die trotz aller vorhandenen Möglichkeiten letztlich scheitern und höchstens im Mittelfeld anzusiedeln sind. Erinnerungswürdig ist das Ganze jedenfalls nicht wirklich. Die Schuld hierfür ist vor allem beim Drehbuch zu suchen, Mark Protosevic („The Cell“) hat sich hier wirklich nicht mit Ruhm bekleckert. Innovationen sucht man vergeblich und unglaubwürdige Situationen gibt es zuhauf, doch vielleicht ist das genau die Intention die Petersen hatte: Einfach einen Katastrophenfilm nach bewährtem klassischen Strickmuster mit modernsten Effekten zu kreieren.

Wenn nur das das Ziel war wurde es erreicht, doch meiner Meinung nach reicht das nicht alleine für einen guten Film. Hierfür spricht auch die kurzweilige Inszenierung, „Poseidon“ ist kein Epos mit Überlänge sondern beschränkt sich auf relativ kurze 99 Minuten. Die kurze Laufzeit tut dem Film auf jeden Fall gut, so wirkt er nicht aufgeblasen und schafft es durchweg zu unterhalten, wenn man auch alles irgendwie schon mal gesehen hat. Zum Glück wird aber auf überflüssige Handlungsstränge verzichtet, der Regisseur hat aus „Troja“ und „Der Sturm“ anscheinend gelernt das man es nicht immer mit der Laufzeit übertreiben muss. Die Musik von Klaus Badelt (an sich ein guter Komponist, vertonte aber auch schon Heuler wie „Catwoman“ und „Constantine“) ist genau so pathetisch ausgefallen wie die Handlung und das Titellied von Mary J. Blidge. Insgesamt ist an "Poseidon" aber eine qualitative Verbesserung im Vergleich zu den vorigen Werken zu verspüren, vor allem als Unterhaltungsfilm funktioniert dieser Film sehr gut.

Fazit: Weder gut noch schlecht, einfach nur ein weiterer Popcorn-Film, der sicherlich unterhalten kann, emotional oder intellektuell aber nichts weiter abverlangt. Daher 05 / 10 Punkte

Details
Ähnliche Filme