Review
von Leimbacher-Mario
Wasser. Überall Wasser.
Das Original ist ein Grundpfeiler des Katastrophenfilmgenres. Das Remake von Wolfgang Petersen eher grundsolide Handwerksarbeit der effekthascherischen 00er-Jahre. Alles sieht schicker und boomender aus, alles hat mehr Tempo und Härte - aber die Seele, der Charakter und der Charme des Klassikers bleiben trotz all der Bits, Bytes und Dollars vollkommen unerreicht. Handlung: ein luxuriöses Kreuzfahrtschiff wird am pompösesten Abend des Jahres, Silvester, von einer angsteinflössenden Freakwelle getroffen und kopfüber gedreht - und nun versuchen die wenigen Überlebenden ihren Weg durch den kopfstehenden, sinkenden Cruiser in die Freiheit zu bahnen...
„Poseidon“ hat Emmy Rossum („Shameless“-Fans ein Begriff), Kurt Russell (jedem Genrefan ein Begriff) und genug Budget an Bord um die Kollision mit der unfassbaren (und enorm unrealistischen!) Wasserwand fesselnd und krachend zu inszenieren. Es wird keine Erklärung geliefert, Pro- und Epilog bleiben genauso wie Umwege und Subplots aus. Charakterisierungen leider ebenso. Aber das Schiffumdrehen und der Überlebenskampf sind doch bis heute absolut sehenswert. Zudem gibt es mit Richard Dreyfuss einen weiteren Routinier auf See und Leuten mit Atemproblemen und Klaustrophobie geht ohne Frage ab und an die Sause. Schade nur, dass man viel weniger um die Leute bangt als eigentlich möglich wäre. Vielleicht hätten 20 Minuten mehr gut getan. Obwohl er für einen Zweistünder auch nicht gut genug ist... Dennoch annehmbar für ein Remake.
Fazit: teurer und lauter als das Original - aber sicher nicht besser. Trotzdem hat Wolfgang Petersen hier einen kurzweiligen Katastrophenfilm abgeliefert, der einen die nächste Kreuzfahrt vielleicht etwas zwielichtiger sehen lässt und einem keine Atempause gönnt.