Review

Montag, der 9.

In diesem zu spät gekommenen, zu dunkel gefilmten und zu faul gemachten Sommerslasher by night werden einige zusammengewürfelte Pärchen in einem abgelegenen Waldcamp von einem mörderischen Fremden dezimiert…

Die Kopie der Kopie geht in die Knie

Man muss bedenken, dass Campslasher wahrscheinlich mein liebstes Subgenre überhaupt sind. Heißt: wer das anders sieht, darf bei „Twisted Nightmare“ locker nochmal 1-3 Punkte abziehen. Das Ding ist wirklich auf der Kippe zur aller untersten Schublade. Und wirklich viel Camp, Kinder oder Sonne gibt’s hier gar nicht. Alles ist schattig, schwarz, undurchsichtig, trotz dem nett-nebeldurchzogenen, kalt-blauen Licht von hinten habe ich selten einen schlechter ausgeleuchteten Film gesehen. Absolut ärgerlich. Selbst auf der hochdefinierten Blu-Ray. So erkennt man weder Killer noch Kills wirklich - nicht dass man da etwas verpasst. Dennoch hätte das einfach vermieden werden müssen. Die Damen sind stramm gebaut und nicht nur in der Sauna immer ziemlich feucht, von den fluchenden Machokerlen will ich gar nicht erst anfangen. Das ist im besten Fall lächerlich (der Schnurrbartträger, der auf dem Holzboden schlafen muss und danach alle abgrundtief hasst), im schlimmsten Fall überflüssig und redundant. Einige unfreiwillig komische Momente und deutsche Pornodialoge kann man aber nicht verleugnen. Doch wenn man die meiste Zeit eh nichts sieht durch diesen trashigen Slashermorast, dann fragt man sich währenddessen schon öfters, warum man sich sowas überhaupt antut. Selbst als Schmerz gewöhnter Fan, selbst wenn im Grunde Bodycount, Trashfaktor und Nebel-/Atmosphäredichte erstaunlich hoch sind. Insgesamt weit unterdurchschnittlich und zurecht meist nichtmal in umfassenden Slasherbüchern über die glorreichen 80er enthalten. Man sagt es ungern und gönnt es keinem Machwerk, aber: zurecht vergessen, verloren, vergraben? 

Fazit: der Grat ist schmal zwischen sowas wie „The Burning“, „Madman“, „Sleepaway Camp“ - und einem „Twisted Nightmare“. Viele scheren sogar beides über einen Slasherkamm. Aber wir wissen und merken es besser: das hier ist ein kack Campslasher! 

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