Der Werbefachmann Denis Bagley ist in seinem Job ein Genie: alles was er anfasst wird zu Gold. In gewohnter Weise geht er ein neues Projekt an - eine Werbekampagne für eine Anti-Pickel-Creme. Es will ihm aber partout kein Slogan hierzu einfallen. Seine Blockade wird zur Obsession, so dass nicht nur seine Ehe mit Julia darunter leidet, auch seine Freunde und sein Chef erkennen Denis nicht wieder. Als er plötzlich einen Pickel an seinem eigenen Hals entdeckt, der schnell zu einer Beule mutiert und plötzlich mit ihm spricht, glaubt Denis seinen Verstand zu verlieren.
Gott sei Dank haben die Briten 1989 endlich entdeckt, das es bisher viel zu wenig, wenn nicht gar keine, Filme über Pickel und Pickelcreme gedreht wurden und schickten sogleich Kopf an Kopf ins Renne, quasi so eine Art Clearasil the Movie. Dies taten sie mit ihrem gewohnt schwarzen und sarkastischen Humor und heraus kommt eine sehr amüsante Parodie auf die gesamte Werbebranche und lustigem Wortwitz zwischen dem moralbefreiten Denis und seinem eitrigen Alter Ego. Eine Querverbindung zu Monthy Python liegt da recht nahe und war hier wohl auch deutlich erwünscht. Terry Jones beispielsweise hat einen kurzen Gastauftritt und im englischen Original leiht auch Eric Idle (wer ihn nicht kennt, das ist der Typ der im Leben des Brian am Kreuz hängend den Gassenhauer „always look on the bright Side of Life“ trällerte) seine Stimme.
Hier haben wir also einen Karriereyuppie in der Werbebranche, der selbst dem Papst ein Doppelbett verkaufen könnte, nur zum neuen Produkt einer Pickelcreme, wächst ihm nicht nur eine solide Innovationsblockade, sondern aufgrund dessen auch ein mutierender Pickel am Hals. Diese wächst und gedeiht, kann sprechen und entwickelt sogar eine eigene Persönlichkeit, was an sich schon für lustige Szenen sorgt und Richard Grant verleiht dieser außergewöhnlichen Art von Schizophrenie auch die passende ironische Wirkung. Richtig schräg wird’s aber dann, als Denis den radikalen Gesinnungswandel vollzieht und komplett gegen alles eintritt, was nach Werbung aussieht. Dies wiederum mißfällt seiner neuen Beule und kulminiert sogar so weit, das diese zur Kopfkopie mit Bart wandelt und im Krankenhaus beide vertauscht werden.
Das Ganze ist natürlich völlig schräg und bis zum unhappy Ending werden Freunde des Inselhumors gut bedient. Die Sprüche und Aktionen sind meist wirklich witzig und in dieser Form hat man das noch nicht gesehen. Wer eben die Pythons, Blackadders und so weiter mag, wird sich hier sicher heimisch fühlen.
7/10