Die ersten zehn Minuten hat man das Gefühl in einem richtig coolen Film gelandet zu sein. Dann geht auch "Zipperface" die Puste aus und man wünscht sich, dass vielleicht doch mehrere kompetente Leute am Drehbuch mitgewirkt hätten.
Zipperface, das ist ein SM-Killer im schwarzen Lederdress, der ein wenig aussieht wie der kleine Bruder von Pinhead, dem Hellraiser. Gottlob ist er nicht ganz so blöd wie Captain Howdy aus "Strangeland", doch hat das in Anbetracht des Gesamtergebnisses nicht viel zu sagen.
Zipperface ist ein irrer Frauenmörder und man wünscht sich irgendwie die Dungeons und dunklen Verliese herbei, doch leider ist es nur ein Slasher von der Stange geworden. Einpaar Prostituierte werden gekillt - dazu gibt es viel Polizeiarbeit und einen maskierten Irren, der hier und da mal vorbeischaut, damit nicht alles den Bach runtergeht. Dann hat der Film wie so oft seine starken Szenen, während man das Füllmaterial dazwischen komplett vergessen kann.
Man darf diesem zu recht unbekannten Streifen natürlich eine gewisse Frauenfeindlichkeit unterstellen, aber welcher Sexploitator ist das nicht? Statt dessen liegen die Problematiken ganz woanders: Hier wird eine düstere Atmosphäre leichtfertig verschenkt, es gibt keinen nennenswerten Seitenstränge und auch das Potential des SM-Killers wurde in den Sand gesetzt. Dass manche Morde recht blutig inszeniert wurden, hindert einen eher am Einschlafen.
Den Bewertungen bei der IMDb und der OFDB zufolge hat "Zipperface" nicht viele Fans, mich einfach mal dazugerechnet. Das sich zu diesem Zeitpunkt wohl schon tot gelaufene Schnitzelgenre wurde mit diesem Aufguss garantiert nicht neu belebt.