Major Rob Cutter (Daniel Hugh Kelly), Hubschrauberpilot bei der US Navy, entdeckt bei der Untersuchung zweier Abstürze des gleichen Hubschraubertyps auf seinem Stützpunkt, dass die Herstellerfirma des Helikoptors ein wichtiges Bauteil aus einer billigen Aluminiumlegierung statt dem vorgeschriebenen Titan gefertigt hat, was zu den Unfällen führte. Als er diese Entdeckung publik machen will, wird er plötzlich ermordet, seine Frau Barbara (Amy Madigan) und ihr gemeinsamer Sohn Johnny, der die Ermordung des Vaters mit ansehen musste und nun ein wenig traumatisiert ist, müssen vor den Killern, die wichtiges Beweismaterial bei ihnen vermuten, fliehen. Nachdem die Killer den beiden nicht von den Fersen weichen und sie immer wieder aufstöbern, wendet sich Barbara an Ben (Michael Ironside), einen Kriegskameraden ihres Gatten, der in der Wildnis lebt, und nachdem die Killer sie auch diesmal wieder finden, schlagen sie blutig zurück (...und Zeit wird´s!!!).
Nun schau mal einer an, gar nicht schlecht, was TV-Routinier Mario Azzopardi (STARGATE SG-1/ ATLANTIS, TOTAL RECALL 2070, HIGHLANDER) hier 1987 in Kanada abgedreht hat. NOWHERE TO HIDE ist ein ziemlich spannender Actionthriller, der trotz fehlender großer Namen durchaus auf Kinoniveau daher kommt, und der fehlende Überraschungen, denn der Plot ist recht vorhersehbar, mit ordentlich Tempo weitesgehend auszubügeln vermag. Hauptdarstellerin Amy Madigan, ein flottes Ding mit 80er Matte und ebenfalls eher auf dem Bildschirm denn auf der Leinwand zuhaus, haucht ihrer Figur überzeugend Leben ein und weiß dieser sowohl verletzliche als auch toughe Seiten zu verleihen, letztere dann weitesgehend in der letzten halben Stunde, wo sie den Spieß dann endlich umdreht und aus der Gejagten die Jägerin wird. Den anderen Charakteren wird verhältnismäßig wenig Screentime gegönnt, ihre Darsteller machen ihren Job aber durchaus kompetent, auch wenn das Killerduo, welches unserer Protagonistin so hartnäckig folgt, recht banal wirkt, vielleicht nicht ohne Absicht.
Die Kameraden hinter der Kamera verstehen ihr Handwerk ebenso, neben der ordentlichen Regieleistung weiß auch die Kameraarbeit zu gefallen, die von DOP Vic Sarin eingefangenen Bilder gemahnen in ihrer Erdigkeit an die Optik des ersten RAMBO, für den gelungenen Score ist Brad Fiedel verantwortlich, und das eine oder andere Mal meint man auch TERMINATOR-Reminiszenzen zu vernehmen.
Aber diese Art von Soundtrack passt ja auch zu einem 80er Jahre-Actionfilm, und hier stellt sich natürlich die Frage nach Qualität und Quantität der Action: Nun, wenn sie kommt, dann kommt sie fett, die Shootouts sind blutig und auch das Interieur bleibt nicht von ihnen verschont, die Waffenwirkung wird also jederzeit gezeigt. Dazu gesellen sich ein paar Verfolgungsjagden, auch diese sind fetzig inszeniert und werden mit etwas Ballerei noch schick aufgebockt. Abgerundet wird der oft beschworene Actioncocktail mit einer Handvoll netter Explosionen, eine hübsche Mischung.
Der Großteil der Action erwartet den Zuschauer in der zweiten Hälfte, in der ersten lässt sich die gute Barbara noch etwas weinerlich durch die Botanik jagen, die Tatsache, dass sie außerdem noch ihren traumatisierten Bengel mit sich rumschleppt, macht diese erste Hälfte zumindest für den Actionfreund zur eindeutig schwächeren. Aber wie schon erwähnt, das Erzähltempo ist recht hoch, und die Erwartung auf eine feurigere zweite Hälfte macht auch die erste durchaus goutierbar.
So bleibt mir nur noch, NOWHERE TO HIDE eine Empfehlung auszusprechen, wer einem brutalen, gut inszenierten und flott montierten 80er Jahre Actioner nicht abgeneigt ist, dürfte mit diesem Werk sicher seinen Spaß haben.