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Endlich gelingt es dem DEA-Agent Jack Ryan (David Bradley) den Waffenhändler und Mörder Jesse Starkraven (Morgan Hunter) dingfest zu machen, leider auf Kosten seines Partners, den Starkraven ermordete. Nun droht Starkraven der elektrische Stuhl, doch er wird von einer geheimen Organisation aus der Todeszelle entführt. Jack reist auf eigene Faust hinterher und kommt einem militärischen Projekt auf die Spur. Aus Starkraven wurde eine Cyborg gefertigt, der selbstständig denken kann und auch noch Gefühle in sich beherbergt. Mit Hilfe einer kleinen Schalttafel kann er kontrolliert werden, doch Starkraven kommt selbst in den Besitz einer Schalttafel. Mit anderen Cyborgs bricht er aus dem Labor aus, um die Menschheit zu vernichten. Jack ist ihm dicht auf den Fersen.

Der polnische Regisseur Sam Firstenberg inszenierte schon den Vorgänger ein Jahr zuvor, der eigentlich nicht so gut war, dass er einer Fortsetzung bedarft hätte. Doch es sollte noch schlimmer kommen, Nu Image Starkameramann Yossi Wein inszenierte ein Jahr später noch einen grottigen dritten Teil. "Cyborg Cop 2" ist auf dem selben Niveau wie der Vorgänger und damit gut ansehbar. Firstenberg arbeitete selbst am Drehbuch mit und ist neben Jon Stevens für die dusselige Story verantwortlich. Den Beiden ist wirklich gar nichts eingefallen und obendrein verpasst man Bradley noch den unpassenden Namen Jack Ryan, aus Clancys Romanen. Dann verstehe ich nicht, warum man immer Kinder in die Handlung mit einbauen muss. Ganz genau, damit sie am Ende als Geisel genommen werden können. Nicht nur dass das militärische Projekt um die Cyborgs nur sehr verschleiert behandelt wird, sondern dass hier auch noch jeder Schritt stets vorhersehbar ist. Die Spannung bleibt von Anfang an auf der Strecke, auf Jacks überflüssige Ermittlungen will ich hier gar nicht eingehen. Immerhin wird eine Romanze nur angedeutet und nicht ausgelebt, denn das endet immer nur als Bremsklotz.
Und davon hat "Cyborg Cop 2" wirklich Keine. Das Tempo ist sehr hoch, die Inszenierung wesentlich lückenloser als im Vorgänger. Firstenberg fährt hier mit krachiger Action auf, bei der die Pyrotechniker Überstunden schieben mussten. Besonders der actionreiche Auftakt ist gelungen, dagegen ist das Finale schon wieder etwas blass. Die Shootouts sind extrem bleihaltig und warten mit einer ordentlichen Choreographie, nebst einigen Brutalitäten auf. Auch darf Bradley hier wesentlich mehr fighten. Er hat einige Nahkämpfe, auch gegen Starkraven, zu bestehen, welche meist aber von zu kurzer Dauer sind. Die Explosionen sind für Nu Image auf handwerklich sehr gutem Niveau. Sogar eine ganze Tankstelle fliegt in die Luft, wobei nur die Zerstörung des Hubschraubers ein wenig schlecht ausfällt. Doch ansonsten sind die Zerstörungsorgien echt und sehen dementsprechend gut aus. Bei den Cyborgs bekommt der Zuschauer noch ein paar weniger gute Effekte zu Gesicht. Auch die Waffen, welche sich die Cyborgs an den Armstumpf stecken, sehen gar schon lächerlich klein aus, haben aber eine verheerende Wirkung.
Bei den Darstellern muss man Abstriche machen, denn David Bradley ist wie bekannt kein Edelmime. Man nimmt ihm die übertriebene Heldenrolle ab, aber das durchschnittliche Niveau verfehlt er trotzdem. Morgan Hunter gibt einen ausreichenden Fiesling ab, hat aber in Punkto Schauspielerei nur die selben Fähigkeiten wie Bradley.
Erwähnen muss ich hier noch den Score von Bob Mithoff. In manchen Szenen wirkt seine Untermalung wirklich prächtig, doch gerade beim Auftakt sind die Sounds völlig fehl am Platz und klingen zudem schrecklich krumm. Der Score ist nur teilweise gelungen, aber bei den Sets hat man sich sichtlich Mühe gegeben, obwohl man sich oft nur auf abgelegenen Fabrikgeländen herumtreibt.

Hohl wie eine Luftpumpe, aber sehr unterhaltsam. Gerade actionmäßig lässt es Firstenberg gewaltig krachen. Doch ausser dem hohen Unterhaltungswert hat "Cyborg Cop 2" nicht viel zu bieten. Nur zweckmäßige Darsteller, eine hanebüchene Story, billige Effekte und Mithoff scheint beim Abmischen als nicht Herr seiner Sinne gewesen zu sein. Wer sich beim Vorgänger schon amüsierte, dem steht hier nichts im Wege dies auch hier zu tun.

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