„Die Monster AG“ ist eine Animationskomödie aus dem Hause Pixar auf die quasi alle Attribute passen, die auch den neusten Film des Hauses, „Findet Nemo“, auszeichnen.
Mike, ein grüner, rundlicher Zyklop, und Sulley, ein Riese mit plüschigem Fell, sind Monster und arbeiten für die Monster AG. Diese seltsame Firma sammelt die Angstschreie kleiner Kinder und gewinnt daraus Energie, mit welcher die Monsterstadt betrieben wird. Durch spezielle Türen gelangen die Monster in die Kleiderschränke der Kinder, erschrecken sie und verschwinden mit der gesammelten Energie. Mit dieser recht originellen, wenn auch sehr abgefahrenen Grundidee beweist „Monster AG“ ein nicht zu leugnendes Maß an Kreativität.
Sulley ist der führende Erschrecker und sammelt die meiste Energie für die Monsterstadt, weshalb er regelmäßig Mitarbeiter des Monats wird. Mike wäre gerne wie sein flauschiger Kumpan, hat im Gegensatz zum sanftmütigen Sully eine Riesenklappe und ist ein ziemlicher Aufschneider. Doch die beiden passen als Team wunderbar zueinander, ergänzen sich prima und wohnen auch zusammen. Mit den beiden gegensätzlichen Charakteren bringt Pixar ein paar recht typische Buddy-mäßige Spielereien in den Film, was aber dennoch leidlich unterhaltsam ist.
Doch es steht nicht allzu gut: Die Kinder sind immer schwerer zu erschrecken und in Wahrheit haben die Monster genauso viel Angst vor den Kinder, wie die vor ihnen. Wenn ein Monster von einem Kind oder dessen Sachen berührt wird, muss es auch sofort dekontaminiert werden. Durch einen dummen Zufall kommt jedoch ein Kind in die Monsterstadt und landet bei Mike und Sulley. Die beiden versuchen das Kind loszuwerden, ehe ein Chaos losbricht und sie beide um ihre Arbeitsplätze fürchten müssen...
Leider ist die Story von „Monster AG“ im weiteren Verlauf nicht wirklich so gut wie die Grundidee des Films. So wandelt sich der Film nach und nach in eine Folge von verschiedenen Slapstickszenen und eine eigentliche Handlung ist nicht immer zu erkennen. Vor allem gegen Ende setzt der Film zu sehr auf animierte Actionszenen, die jedoch nur Zuschauer im einstelligen Alter begeistern können. Hier wird dann auch der Witz vernachlässigt, was für den älteren Zuschauer ein klares Manko darstellt.
Immerhin ist die Geschichte relativ temporeich erzählt und in der ersten Hälfte noch mit einem recht guten Maß an Gags gespickt, so dass hier keine Längen auftreten, die erst in der zweiten Hälfte wirklich vorzufinden sind. Die Wendungen sind simpel gehalten, um die Kleinen nicht zu überfordern, was auch ein Manko des Films darstellt: Zu oft wird zu sehr an die jüngeren Zuschauer gedacht, allerdings ist das Ergebnis insgesamt gesehen etwas erwachsener als „Findet Nemo“.
Die Gags bieten einigen Slapstick, der vor allem in der ersten Hälfte witzig ist, z.B. die ersten Erfahrung der Monster mit dem Kind oder das kontaminierte Monster. Die Gags sind meist harmlos und kindgerecht, aber immerhin zum Schmunzeln. Im Gegensatz zu „Findet Nemo“ gibt es aber an sich nur wenige Anspielungen für Erwachsene, z.B. wenn die Monster ähnlich wie die Astronauten in „Armageddon“ und Co. zur Arbeit kommen oder die Wohnwagenszene gegen Ende. Leider wird der Humor in der zweiten Hälfte arg vernachlässigt und man es hier nur witzig fand, Mike und Sulley einen Schrecken nach dem anderen in den animierten Actionszenen einzujagen.
Die Animation sind ziemlich gelungen und Pixar-typisch auf niedlich getrimmt. Vor allem einige Leistungen wie das animierte Fell sind aus technischer Sicht beachtlich, auch wenn man hier nicht auf Realismus achten musste (es gibt nun mal keine Monster in der Realität). Die Synchro des Films ist auch auf gutem Niveau, auch wenn die Optik hier wichtiger ist als die Dialoge.
„Monster AG“ ist ein netter Animationsspaß, aber mehr für Kinder. Die wenigen Anarcho-Gags können Vorbild „Shrek“ nicht das Wasser reichen, dennoch ganz nette Unterhaltung.