Review

Noch ein Vertreter des Ozploitation, erneut in der in Australien wohl sehr vertrauten Postapokalypse anzusiedeln... Allerdings geht die Zivilisation dieses Mal an sehr plausiblen Gründen den Bach runter: Ethnische Konflikte, Bankencrashs, totaler Kollaps. Abermals wird die Welt in Normalos und Anarchos aufteilt. Heraus kommt dabei trotzdem nichts.

Eigentlich sollte ein solches Review auch mal von statten gehen, ohne den obligatorischen "Mad Max" in den Mund nehmen zu müssen. Leider hat der Mel Gibson-Klassiker diesem unbekannten B-Movie eines voraus: Die Action. "Crabs" punktet hingegen in Sachen Sozialkritik und den weitaus besseren Ausstattungen, ohne dabei zu einem wirklich sehenswerten Film zu werden.

Die Story fängt stark an und lässt stark nach. Drehbuchautor Peter Carey wollte wohl zeigen, wie eine einstmals starke Zivilisation auf engstem Raum an sich selber scheitern kann und scheitert selbst daran, dass er die Handlung eine Spur zu ausgefeilt und zu überfrachtet aufbaut. Anstatt sich auf die anfänglich noch überschaubaren wie starken Komponenten zu verlassen, geht "Crabs" spätestens ab der zweiten Hälfte wie ein Hefeteig auseinander, um damit mehr Desinteresse zu erregen als satirische Zivilisationskritik zu erzeugen.

Gute Ansätze gibt es massenweise - von den Darstellern bis zur Atmosphäre - doch wurde mitunter nur eine zähe wie tröge cineastische Anschauung daraus gemacht, wie zuviele Köche den Brei verderben und gut gemeint das Gegenteil von gut gemacht bedeutet.

"Crabs" ist so ein wenig die verharmloste Oz-Variante von John Carpenter´s "Die Klapperschlange" mit weitaus weniger Action und gewissen sozialen Belehrungsansätzen. Der stilistische Look ist besser als das eigentliche Gesamtwerk, das nicht ganz zu unrecht zu den vielen vergessenen Produktionen seiner Zeit gehört.

Details
Ähnliche Filme