Review

Da die Handlung nicht so leicht wiederzugeben ist, werde ich die Teilgeschichten einzeln untersuchen.
1. Cate Blanchett sitzt mit ihrem Mann Brad Pitt in einem Reisebus, der durch Marokko fährt, bis sie angeschossen wird. In einem nahe gelgegenem Ort wird sie von einem Tierarzt notdürftig zusammen genäht, nun beginnt für die beiden das Warten auf den Hubschrauber. Die schauspielerischen Leistungen von Pitt und Blanchett sind sehr gut. Was hier besonders hervorsticht sind die Unbarmherzigkeit, die den beiden durch die anderen Reiseteilnehmer wiederfährt und die Hilfe, die sie von den Marokkanern erhalten. Das lange warten und die Hilflosigkeit machen die Geschichte sehr spannend.
2. Da Pitt und Blanchett in Marokko festsitzen, ist ihr Kindermädchen Amelia dazu gezwungen, die Kinder der beiden mit nach Mexiko, zu der Hochzeit ihres Enkels mitzunehmen. Auch dies endet im Desaster, da Amelias Sohn beim Zoll ausrastet und abhaut. Am Ende sind die 3 allein in der Wüste. Auch hier sind die schauspielerischen Leistungen sehr gut, vor allem die des Kindermädchens, wobei auch zu erwähnen ist, dass die beiden Kinder für ihr Alter hervorragend spielen. Interessant zu beobachten ist, wie die beiden amerikanischen Kinder sich mit der mexikanischen Kultur auseinandersetzen. Am Ende in der Wüste wird auch diese Geschichte enorm spannend.
3. Die beiden Jungen, die das Gewehr abgefeuert haben, dass Cate Blanchett traf, werden daheim von der Polizei überrascht und es kommt zu einer Schießerei mit der dieser, bei der einer der beiden Jungen ums Leben kommt. Auch hier sind gute Darsteller zu sehen. Zu beachten ist vor allem die Art, mit der die Familie behandelt wird, wie "Menschen zweiter Klasse". Von den verschiedenen Menschen die gezeigt werden, sind dies die ärmsten. Bei der Schießerei wird es auch hier am Ende sehr spannend.
4. Die Herkunft der Waffe wird ermittelt, dabei führen die Spuren nach Japan, wo ein Geschäftsmann verhört wird, während seine taubstumme Tochter zu Hause auf ihn wartet. Diese fühlt sich enorm einsam und sucht Kontakte. Die Geschichte ist ein wenig seltsam gemacht und fällt meiner Meinung nach aus dem Muster und ist die, schlechteste Geschichte von allen, da zum Ende hin keine Spannung aufgebaut werden kann und die Story nicht in die Dramatik des Films passt.
Der Film heißt "Babel", da eines der Hauptthemen die sprachlichen Barrieren auf der Erde sind. Dies bedeutet aber auch, dass der Zuschauer bei rund 70% des Films die nervigen Untertitel mitlesen muss.
Was am Film sehr gut dargestellt ist, ist der Schmetterlingseffekt, da dieses eine, winzige Ereignis große Konsequenzen zur Folge hat. Die fehlende Verständigung unter den Menschen wird gut kritisiert.
Es ist außerdem interessant, dass im Film die wohlhabenden Menschen alle einsam sind, während die Armen Gesellschaft haben und so vielleicht sogar erfüllter leben.
In der letzten Stunde wird im Prinzip gar nicht mehr gesprochen, was aber nicht nötig ist, da die Bilder und die Musik für sich sprechen und durch 3 der 4 Geschichten eine große Spannung erzeugt wird.
2 der Geschichten enden gut, die beiden anderen Enden schlecht, es ist also dem Zuschauer überlassen, ob er es eher als Happy-End sieht oder nicht.
Zusammenfassend ist Babel ein starkes Drama, dass vor allem durch schauspierlerische Glanzleistungen beeindruckt. Die Storys sind kunstvoll miteinander verknüpft und spannend inszeniert. Der Film regt stark zum Nachdenken an, sowohl über Zufall und Schicksal, als auch über die verschiedenen Kulturen auf der Erde. Die letzte halbe Stunde, in der nicht gesprochen wird, und die nervigen Untertitel nehmen dem Film das Tempo ein wenig. An den vorherigen Film des Regisseurs "21 Gramm" kommt Babel allerdings nicht heran.

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