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Spätestens seit Pedro Almodovar Filme dreht, gibt es definitiv das Genre des Frauenfilms. Kein anderer Regisseur auf der Welt ist in der Lage einen Film zu drehen, der so dermaßen für das weibliche Publikum zugeschnitten ist, dass der geneigte Zuschauer doch ein bisschen am Geschlecht oder zumindest an der sexuellen Orientierung dieses Spaniers zweifeln muß. Dabei sind seine Filme jedoch keineswegs seichte in die Länge gezogenen Filmchen, die ein bisschen an „Sex and the City" erinnern, sondern es sind in den meisten Fällen sehr gute, durchdachte, hintergründige Filme, die obwohl alle diesen femininen Touch haben, doch auch Männer, so sie sich denn mal auf dieses Wagnis einlassen, ansprechen können.

Volver fällt leider nicht ganz in diese Kategorie, das heißt er fällt zum Teil in diese Kategorie.

Volver ist - um es vorweg zu nehmen - ein sehr guter Film. Aber Volver ist mehr denn je ein Frauenfilm, Männer werden dem Film zwar seine Qualitäten nicht absprechen können, dafür ist er zu gut, aber der Zugang für einen Mann ist sehr schwer. Das wird auch dadurch nicht erleichtert, dass Penelope Cruz dauernd ihre hochgepushten Möpse dem Zuschauer in die Fresse drückt.Im Gegenteil, dadurch dass fast nur Frauen durchs Bild huschen und sich eigentlich auch nur über Frauenthemen unterhalten - man denke nur an weibliche Pfürze und den Humor dabei - und dass auch noch mit einer solchen Selbstverständlichkeit wie Männer über Fußball, gibt einem dieser Film nicht einmal das Vergnügen, voyeuristisch als Mann mal lauschen zu können.

So muß man(n) sich damit begnügen, sensationelles Schauspielkino aus Spanien zu erfahren. Allen voran Penelope Cruz, die hier wahrscheinlich zum ersten Mal in ihrer Karriere mal zeigen kann, was für eine gute Schauspielerin sie ist.

Eine Handlung zu erzählen wäre schwer, ohne zuviel zu spoilern, also wird das gleich mal übersprungen und ein bisschen auf Almodovars Stil in diesem Film eingegangen.Nach mehreren ernsteren Filmen und Themen kehrt Pedro Almodovar mit diesem Film zu seinen Wurzeln zurück, sowohl regional als auch filmisch. Volver ist eine leichte Sommerbrise mit ernsteren Untertönen, dennoch ein wunderschöner Wohlfühlfilm. Sehr heiter und mit spielerischer Leichtigkeit gelingt es Almodovar sogar die schwermütigsten Szenen locker aufzulösen.

Sicher, wieder bringt Almodovar seine fast schon typischen Themen wie sexuellen Missbrauch (auch in der Familie) und die Ignoranz der Gesellschaft zum Vorschein, aber diesmal macht er es nicht mehr ganz so grell und laut, nicht mehr so hektisch und schrill, diesmal ist er leiser, ruhiger, gemäßigter, man mag fast meinen reifer.

Andere werden sagen: Kommerzieller, massentauglicher.
Tatsächlich ist es auch so, dass Volver gerade deshalb etwas von dem Pepp fehlt, den seine frühen Werke hatten, und zu denen er ja mit diesem Film zurück kehren wollte. Doch wie heißt es so schön im angelsächsischen: They never come back.

Alleine für sich kann der Film Volver bestehen, auch als Verneigung vor seiner Heimat wird er bestehen können, doch filmisch ist es keinesfalls eine Rückkehr, und das ist auch gut so. Dafür ist Almodovar einfach zu weit gekommen .

8 Punkte

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