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Mitten im australischen Outback versuchen vier Wissenschaftler die Ortung der Apollo 11 beizubehalten und die Fernseh-Übertragung der Mondlandung von Neil Armstrong zu gewährleisten, wobei sie Probleme technischer und meteorologischer Natur zu überwinden haben.

Wer hat die Bilder der Mondlandung noch nicht gesehen? Niemand, aber kaum jemand weiß, woher die Bilder stammen und wer die technisch überaus aufwendige Übertragung des "kleinen Schrittes" von Neil Armstrong mit einem gigantischen Radioteleskop ermöglichte, nämlich die Empfangsstation nahe der australischen Kleinstadt Parkes. Und eben diesen, durchaus interessanten, wenn auch leicht abgeänderten Ereignissen liegt dieser, in Australien produzierte Film zu Grunde.

Und die Umsetzung der wahren Begebenheit gelingt durchaus, so werden die Fakten interessant präsentiert und der Aufwand, die Widrigkeiten, die in Kauf genommen werden mussten, um die Bilder vom Mond einzufangen werden dabei durchaus verdeutlicht und interessant präsentiert. Die Abänderungen, die vorgenommen werden verfälschen diesen Eindruck zwar ein wenig, sind aber allesamt dramaturgisch sehr geschickt gewählt und auch ansonsten weiß der stimmige dramaturgische Aufbau des Plots auf ganzer Linie zu überzeugen.

Aber nicht nur die wahre Begebenheit ist es, die den Plot trägt, es ist auch der hervorragend gewählte, teilweise hintergründige Humor. So wird das Kleinstadtleben in Parkes, mitten im australischen Nirgendwo leicht ironisch beleuchtet, genauso, wie der Aufruhr, der in der Stadt wegen der jüngsten Ereignisse beginnt. Darüber hinaus werden sowohl die nervösen, mit der Technik noch nicht ganz so vertrauten und überaus sympathischen australischen Wissenschaftler, als auch der NASA-Vertreter stellenweise für den einen oder anderen Gag eingesetzt, z.B., wenn der amerikanische Weltraumwissenschaftler sein mangelndes Verständnis für die australische Kultur aufzeigt, wenn er die Sprichwörter und Slang-Ausdrücke nicht versteht.

Alles in allem ist der Film mit seinen liebenswerten Charakteren und humoristischen Zügen sehr sympathisch geworden, meistert den Grat zwischen Komödie und Doku-Drama aber meist recht gut, auch wenn es vielleicht ein bisschen ärgerlich sein mag, dass die Ereignisse mitunter ein wenig zu glatt verlaufen und die Dramaturgie daher zum Ende hin ein bisschen hinkt. Dafür sind die Aufnahmen der gigantischen Station in der australischen Wildnis sehenswert und machen "The Dish" auch visuell zu einem gelungenen Film.

Darstellerisch gibt es ebenfalls nichts zu bemängeln, so leisten alle Beteiligten in ihren sympathischen Charakteren gute Arbeit und Fehlbesetzungen gibt es bis in die Nebenrollen definitiv keine. Besonders positiv hervorgehoben sei an dieser Stelle noch Sam Neill, vor allem aus "Das Piano" und "Jurassic Park" bekannt, der einmal mehr eine makellose Vorstellung abliefert.

Fazit:
Mit feinem Humor, sympathischen Darstellern und einem durchaus gelungenen dramaturgischen Aufbau ist "The Dish" ein rundum unterhaltsamer, liebenswerter Film nach einer wahren Begebenheit, der beweist, dass auch in Australien gute Filme gedreht werden.

72%

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