Review

kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 08.04.2008

In Sachen Immersion hauen die Eindrücke von der französischen Provence mal so richtig einen raus, das steht fest. Da fliegt dir zu warmen Gelb- und Brauntönen mit brummenden Rears, während du in der Egoperspektive bist, eine Hummel vor die Nase und du steigst die von Laub bedeckten Treppen hoch zu einem alten Tennisplatz, auf dem du in Kindheitstagen mit deinem Onkel gespielt hast... da kommt schon gewaltiges Fernweh auf. Man möchte auch da hin und nie wieder weg.

Mit dem Kopf gedacht verliert Ridley Scotts Ode an Südfrankreich schnell an Wirkung, denn der Verlauf der Geschichte hängt sich an Irrelevantem auf. Auch dass das regnerische Broker-London im Gegensatz zum absolut konträren Winzergebiet dermaßen kalt und unpersönlich dargestellt wird, wird so offensichtlich herausgekehrt, dass es schmerzt.

Es kommt also bei der Bewertung drauf an, wie man Filme eigentlich schaut. Falls mit dem Bauch, dann ist "Ein gutes Jahr" ein Wohlfühlfilm der Güteklasse A. Mit dem Hirn jedoch, nun, da zieht man permanent Vergleiche mit dem Sonntagnachmittagprogramm auf den Privaten. Der Realist wählt freilich einen Bauch-Kopf-Mix.

*weitere Informationen: siehe Profil

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