Die Gerichtsmedizin bringt doch immer wieder makabere Fälle auf den Autopsie-Tisch, diesmal behaupten die Macher gar, dass echte Leichenteile zum Einsatz gekommen wären.
Wenn ein von Hagens das beteuert, ist das sicherlich unanfechtbar, bei einem zweitklassigem Regisseur mit drittklassiger Story und viertklassiger Umsetzung habe ich so meine Zweifel.
In erster Linie geht es um Ärztin und angehende Pathologin Alison, die gemeinsam mit einigen Kursteilnehmern den Körper einer unbekannten Toten obduzieren soll.
Doch beim ersten Anblick der Leiche beschleicht die junge Frau ein überwältigend mulmiges Gefühl, was sich noch verstärkt, als Menschen im Umkreis der Gerichtsmediziner auf mysteriöse Art sterben.
Woher kommt die Tote und welchen Fluch hat sie durch ihren unseligen Tod verbreitet?
Die Arbeit in der Pathologie kann durchaus ihre unheimlichen Momente zum Vorschein bringen, was auch hier innerhalb des ersten Drittels recht annehmbar funktioniert.
Abgedeckte Körper, kaltgraue, lange Gänge, ein Anatomie-Professor, der den äußeren Anschein eines „Igor, beschaffe mir Leichenteile“ – Äußeren bestätigt und schließlich das Herumschnippeln am Torso der Toten bringen eine unheilvolle Stimmung ins Spiel, die im Verlauf leider zusehends verpufft.
Denn die Story als Ganzes ergibt letztlich kaum einen Sinn. Da sterben Leichenwäscher, deren Körper stets von Alison und ihrem neuen Freund aufgefunden werden, taucht ein mit Blut gemaltes Azteken-Figur-Männchen auf und indes muss Alison ihr mulmiges Gefühl („Irgendetwas stimmt nicht mit der Leiche“) dem genervten Prof und ihrer Hauspsychologin kundtun (mehrfach in unveränderter Dramaturgie).
Doch die Handlung stellt kaum zusammenhängende Fakten in den Vordergrund. Da verblutet die Verlobte eines Mediziners, der daraufhin geistig völlig benebelt erscheint, - warum auch immer. Irgendwann taucht ein toter Cop im Leichen-Bassin auf, - wie auch immer der da hinein geriet. Schließlich will man uns mit der Auflösung noch einen Bären von wegen Massenmörderin, ausgehobenem Aztekengrab und 50000 verärgerten Seelen aufbinden und mit der Glaubwürdigkeit geht es dahin, - spätestens, wenn unser Heldenpaar in einem Leichenbecken mit ganzem Körper untertaucht und aufgrund des Formaldehyds nicht einmal die Augen brennen, ist es mit der Logik völlig dahin.
Problem ist auch, dass inhaltlich einfach zu wenig geboten wird, sich das Geschehen oftmals mit redundanten Dialogen aufhält und keine Spur von knisternder Spannung aufweist, die das Sujet mit ängstlichen Medizinern in einer Pathologie eigentlich böte.
Gut, im Zusammenhang mit der Toten gibt es zu Beginn ein paar brauchbare kleine Schauereffekte, doch auch die weichen Szenen mit unspannenden Leichenfunden, Lichtflackern in einem der sterilen Krankenhausgänge und nicht sonderlich originell platzierten Todesdrohungen wie „You are next“ in ein Buch geschmiert.
Leider bieten demgegenüber weder die Krankenhauskulisse, noch die Pathologie Abwechslung, da hier deutlich an unheimlich erscheinenden Requisiten gespart wurde.
Schlussendlich können Score und Sounduntermalung noch ein wenig von der ausbleibenden Schauerstimmung reinholen, etwas, was den allenfalls mittelmäßigen Darstellern ebenfalls nur bedingt gelingt.
Am Ende steht eine unausgegorene Mischung aus Autopsie und Geisterfluch Beitrag, der zu Beginn zwar Interesse weckt, sich im Verlauf aber in unglaubwürdige Zusammenhänge verstrickt und mit spannenden oder gar blutigen Szenen sehr zurückhaltend ist.
Im Vergleich dazu zeigt ein Streifen wie „Nightwatch“, wie man Spannung und Grusel im Zusammenhang mit aufgebahrten Toten effektiver in Szene setzt, während hier nur eine Britney Spears-looklike durch dunkle Gänge läuft und Leute zutextet.
Knapp
4 von 10