Review

GONE - „Je weiter Du dich von zuhause entfernst, desto näher kommt die Angst". Erst einmal ein dickes Lob an den Produktmanager, der sich diesen Satz ausgedacht hat, denn in Verbindung mit dem guten Cover wird man sich als Fan dieses Genres zumindest mal die Handlung auf der Rückseite durchlesen  Doch hält der Film auch was er verspricht?

Alex ist nach Australien gereist, um sich dort mit seiner Freundin Sophie zu treffen und gemeinsam mit ihr das Land zu erkunden. Dort angekommen hat er erst einmal Probleme sich zurechtzufinden. Glücklicherweise lernt er den etwa gleichaltrigen Taylor kennen. Die beiden verstehen sich innerhalb von kürzester Zeit sehr gut und verbringen zusammen mit zwei Mädels einen sehr amüsanten Abend. Am nächsten Morgen kann sich Alex an fast nichts mehr erinnern. Sein neuer Kumpel bietet ihm jedoch sofort an, ihn mit dem Auto zu seiner Freundin zu bringen, um ihm die mühsame Busreise zu ersparen. Das Angebot nimmt dieser natürlich dankend an. Auch Sophie hat bei ihrem Aufenthalt in Ingrid eine neue Freundin gefunden und so verbringt das Quartett einen feucht fröhlichen Abend. Am nächsten Morgen ist Ingrid jedoch verschwunden. Da auch Taylor keine direkten Pläne hat, was er in den kommenden Tagen unternehmen soll, fährt man nun zu dritt durch Australien. Mit der Zeit beschleicht Alex jedoch das ungute Gefühl, dass sein neuer Kumpel versucht, einen Keil zwischen ihn und seine Freundin zu treiben. Was führt Taylor im Schilde oder bildet sich das Alex alles nur ein? Nach einem Autounfall müssen die drei dann in einem Motel übernachten. Dort stellt sich eine entscheidende Wendung ein...

...die ich natürlich nicht verrate, denn ihr wollt Euch den Film ja noch ansehen.                          

Nun will ich wieder auf meine Ausgangsfrage zurückkommen, die sich aber nur mit einem deutlichen „jein" beantworten lässt. Positiv fallen die schauspielerischen Leistungen und die wunderschönen Naturaufnahmen des fünften Kontinents auf. Auch der günstige Preis von 10 Euro für einen ganz neuen Film verlockt zum Kauf.

Allerdings nimmt sich der Film schon einiges an Zeit, bis er mal ins Rollen kommt, denn bis die eigentliche Reise losgeht, sind nämlich schon mal locker dreißig Minuten „gone". Danach hat der Film zwar durchaus einige gute Einfälle zu bieten, verliert zwischendurch aber immer wieder mal enorm an Tempo. Dafür sind die kleinen Intrigen und Spielchen, die Taylor treibt, durchaus unterhaltsam und auch bei weitem nicht so weit hergeholt wie etwa bei HITCHER.

Allerdings hätte man „Gone" spannender inszenieren können, die Grundvoraussetzungen hierfür waren insbesondere durch die weite Landschaft und die damit verbundene Einsamkeit und Ausweglosigkeit in einer Notsituation gegeben. Doch Regisseur Ledwidge vergeigt diesbezüglich einiges an guten Gelegenheiten.

Andererseits ist der Streifen insbesondere für ein Erstlingswerk sehr professionell in Szene gesetzt und beinhaltet einige wirklich gelungene Kamera-Einstellungen

So ist GONE insgesamt ein recht unterhaltsames Filmchen
geworden, das allerdings bei weitem nicht mit ähnlich gelagerten Genrekollegen wie etwa WOLF CREEK mithalten kann. Zeitverschwendung sind die 84 Minuten jedoch auch nicht.

6 Punkte

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