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Der Backpack-Tourist Alex befindet sich auf einem Urlaubs-Trip quer durch Australien, bei dem er unterwegs seine Freundin Sophie aufgabeln und ein wenig Zeit mit ihr verbringen möchte. Zunächst läuft ihm allerdings der Amerikaner Taylor über den Weg, der den Vorschlag macht, ihm die nervige Busfahrerei zu ersparen und Alex samt Anhang stattdessen in seinem Wagen durch die Gegend zu kutschieren. Als Sophie sich dann den beiden anschließt, kommt es langsam aber sicher zu Spannungen innerhalb des Trios, denn Taylor verguckt sich spontan in Alex' Freundin. Bei seinen Versuchen, einen Keil zwischen die beiden zu treiben greift er tief in die Trickkiste und belässt es zunächst bei unterschwelligen Manipulationen, irgendwann schreckt er allerdings auch vor harscher Gewalt und sogar Mord nicht mehr zurück... Von wegen "Lauf um dein Leben"! Was dem deutschen Zuschauer da mittels eines reißerischen Untertitels und per DVD-Premiere zum Dumping-Preis als motivisches Konglomerat aus "Hitcher - Der Highway-Killer" und dem Aussi-Flop "Wolf Creek" angedreht werden sollte und dessen irreführende Cover-Gestaltung zudem auch Erwartungen in Richtung der damals angesagten Torture-Porn-Masche geweckt hat, entpuppt sich nach Ansicht dann aber doch nur als ein über weite Strecken schleppend inszeniertes Beziehungs-Drama, welches über 90% seiner Laufzeit nicht den Dreh in Richtung Thriller findet und deshalb auch nichts als pure Langeweile verbreitet. Wenn sich die Macher zum Schluss dann aber doch noch zu einem ebenso knappen wie klischeehaften Finale aufraffen können und das Ganze für ein paar Minuten in einer etwas handfesteren Genre-Manier daherkommt und ein klitzekleines bisschen brutal wird, ist es für Ringan Ledwidges Streifen ergo schon längst zu spät, denn bis dahin dürfte der Betrachter entweder schon längst abgeschaltet haben oder sanft eingenickt sein. Auch wenn es sich bei "Gone - Lauf um dein Leben" in seiner Gesamtheit darum wider Erwarten also nicht um den x-ten lauwarmen Aufguss besserer Vorbilder handelt, so ist er doch wirklich nichts weiter als die reinste Mogelpackung, bei der leichtsinnig ein paar recht engagierte Darsteller sowie die mehr als soliden Produktions-Bedingungen förmlich verschenkt wurden. Der nur als minimal zu bezeichnende Plot trägt die Handlung da keinesfalls über die volle Distanz und auch da gelegentliche Aufflackern einer "Mad Max"-artigen Optik mit vielen hübschen Landschafts-Aufnahmen des australischen Outbacks reißt es da nicht mehr raus. Die Angelegenheit in einem Atemzug mit George Millers besagtem Klassiker zu nennen, verbittet sich dann auch quasi von selbst, viel eher werden Erinnerungen an den Peter Keglevics - eh bereits ziemlich unterirdisches - Drei-Personen-Stück "Der Skipper" geweckt, dessen seichte Psycho-Thriller-Masche hier ganz einfach vom Hochsee-Setting in 'ne Wüste verlegt wurde... dass dabei ein wenig Sand ins Getriebe geraten ist, muss einen also nicht wirklich wundern.

2/10

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