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Regisseur John Stockwell hat echt kein Glück mit seinem Film. Schon im Vorfeld wurde „Turistas“ von den Kritikern regelrecht zerissen und ging darüber hinaus komplett an den Kinokassen baden. Was eigentlich schade ist, denn so schlecht ist der Film bei weitem nicht geworden.

Story: Eine Gruppe junger Leute unternehmen eine Backpacking Tour durch Brasilien. Nachdem ihr Bus verunglückt ist, kommen sie in ein kleines Dorf. Alles scheint in Ordnung. Die Einwohner sind freundlich. Es wird gespielt, geschwommen, getrunken und gefeiert. Doch schon am ersten Abend werden die jungen Menschen unter Drogen gesetzt und wachen morgens am Strand auf. Ihre kompletten Sachen, ihr Geld und ihr Schmuck wurden geklaut. Ein freundlicher Einwohner namens Kiko nimmt sicher ihnen an und führt sie in den Urwald zu seinem Onkel. Am Haus angekommen erwartet die Gruppe die Hölle, denn ein „Organ-Handel-Ring“ hat es auf die abgesehen.

„Hostel im Dschungel“ schallte es bei den ersten Ankündigungen des Filmes von Seiten der Fans und Kritiker. Doch „Turistas“ ist alles andere als ein billiger „Hostel“-Klon. Die Grundstory und Thematik mag zwar identisch sein, das war es auch schon. Zwar wollte der Trailer einem weiß machen, es handele sich um einen weiteren Folterfilm doch das stimmt nicht. „Turistas“ ist kein Folterfilm geworden und enthält nicht mal Folterszenen.

Doch auch ohne solche Szenen ist „Turistas“ nicht grade zimperlich. Der Gewaltpegel liegt allerdings nur im Mittelfeld und kann nicht mit zum Beispiel seinem vermeintlichen Vorbild „Hostel“ mithalten. Neben ein paar netten Goreszene wie aufgeplatzte Köpfe, einem Holzstocher im Auge oder blutigen Einschüssen ist das Kernstück des Filmes die Operationsszene an einem der Mädchen der Gruppe. Diese Szene erstreckt sich über ein paar Minuten und der Zuschauer darf zusehen wie sich langsam aufgeschnitten wird und ihr ein Organ nach dem anderen raus genommen wird. Die gezeigte Gewalt ist nie zu explizit und daher ist auch die FSK Freigabe „ab 18 Jahren“ vollkommen in Ordnung.

Wie es sich für einen solchen Film gehört gibt es in „Turistas“ auch die eine oder andere Nacktszene zu sehen und vor allen Beau Garrett erfreut einem mit ein paar netten Titshots. Auch ansonsten wird dem männlichen Zuschauer einiges geboten. Denn auch ausgiebige Bikiniszenen finden sich in dem Film wieder.

Regisseur Stockwell macht seine Arbeit gut und schafft es wunderschöne Landschaftsaufnahmen von Brasilien einzufangen. Interessant ist die Tatsache das vorher Eli Roth auf den Regiestuhl platzt nehmen sollte, aber wegen der Arbeit an „Hostel“ absagen musste. Die Jungdarsteller sind allesamt okay und der Standartsatz „für eine solche Produktion anständig“ passt auch hier. Keiner der Darsteller hebt sich besonders hervor, was auch an den nicht grade komplexen Figuren in den Film liegt.

Ein großer Negativpunkt ist die zum Teil fehlende Spannung. So geriet die abschließende Flucht in den Unterwasserhöhlen streckenweise ziemlich langwierig und ohne wirklichen Höhepunkt. Die Szene hätte man meiner Meinung nach kürzer und rasanter gestalten können. Was mir persönlich noch stört ist der billige CGI-Shot, als das schwedische Mädchen die Klippe runterstürzt. Der Effekt hätte nicht sein müssen und man hätte ruhig einen Dummy dafür nehmen können.

Trotz einiger Schwachstellen ist „Turistas“ ein unterhaltsamer Film geworden, welcher auf der aktuellen härteren Horrorwelle mitschwimmt. Auch wenn er nicht das Rad neu erfindet, sollte man sich nicht von den vielen schlechten Kritiken abhalten lassen ins Kino zu gehen.

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