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Nachdem uns Regisseur John Stockwell mit dem Thriller  "Into the Blue" schöne Menschen in schöner Natur präsentierte, bekommen wir quasi hier fast dasselbe geboten, nur die Kulissen und Schauspieler wurden getauscht, Stockwell wechselte das Genre und machte einen deutlich härteren Survival-Terror-Film aus "Turistas".
Zugegeben, ich wusste nichtmals, dass dieser Film im Kino lief, rechnete mit einem B-Film und war dann umso mehr überrascht, was für eine Hochglanzoptik der Zuschauer hier geboten bekommt.

Eine Handvoll Rucksacktouristen reisen per Bus nach Brasilien. Die Fahrt wird durch einen Unfall jäh unterbrochen, und so machen sich die Touris weiter durch´s Dickicht auf und finden gar nicht weit entfernt einen Traumstrand mitsamt Bar und rassigen Schönheiten. Auf der abendlichen Strandparty freundet sich die Gruppe mit einem schwedischen Paar und dem einheimischen Kiko an. 
Am nächsten Morgen werden alle wach und müssen feststellen, dass sie betäubt und ausgeraubt wurden - Geld, Pässe, Hab & Gut, alles weg. Auch vom Schweden-Paar fehlt jede Spur (das Schicksal der beiden bekommen die Zuschauer in ganz netten Effekten mit). Völlig plan- und orientierungslos macht man sich zu den Slums auf, um dort auf Hilfe zu hoffen. Dort kommt es missverständlicherweise zu Tumulten und zum Glück taucht der zuvor kennengelernte Kiko auf, um zu schlichten und die Gruppe durch den Dschungel zu einem sicheren Ort zu führen - zu Kikos Onkel. Leider ist es dort gar nicht sicher, da dieser besagte Onkel ein zwielichtiger Arzt ist, der auf solche Touristen nur wartet, um deren Organe rauszuschnippeln und an reiche Brasilianer zu verkaufen...

Stockwell hat eine interessante Mischung aus wunderschönen Naturaufnahmen, Survival-Trip und Horror erschaffen. In den ersten 25 Minuten bekommt man die Bedrohung zweimal ansatzweise angedeutet, aber ansonsten gibt´s da nur leckere rassige Frauen, brusthaar-rasierte Surfer und die Landschaft Brasiliens zu Gesicht . Wen bis dahin nicht die Eier jucken, bekommt jetzt einen mitreißenden Mischmasch geboten. Ratlos und gutgläubig folgen die Touris dem einheimischen Kiko bis zum Haus des Onkels, unterwegs immer wieder schöne Bilder bzw. verregnete, hoffnungslose Bilder und der Höhepunkt bis dato stellt eine Taucheinlage (die später wieder aufgegriffen wird) dar, die etwas an die Klaustrophobie eines "Descent" erinnert, bis dann endlich in Onkel Tom´s Hütte Saw3-like ein wenig verstückelt und gehäxelt wird. Bei dieser Szene kann man zu Recht "Saw3" zitieren, da Stockwell volle Pulle auf alles, was rot ist und flutscht, die Kamera minutenlang drauf hält.

Einige der "Wander-Gruppe" können sich aus den Fängen der Organ-Händler befreien und ab da an beginnt lediglich nur noch ein Kampf ums Überleben in den Tiefen des Dschungels/Flusses, bei denen beide Partien noch einiges an Opfer zu verbuchen haben.

Nun ja, was soll man großartig dazu sagen, ich spreche eine klare Empfehlung für "Turistas" aus, Stockwell hat eine wunderbare Mischung aus Landschaftsaufnahmen, Hetzjagd und blutigen Effekten aus dem Hut gezaubert. Entweder hab ich fasziniert den Landschafts-/ Unterwasseraufnahmen zugeschaut, oder mit dem recht ordentlich spielenden Cast mitgefiebert. Zwar völlig innovationslos, aber eine ordentliche Inszenierung kann man dem Streifen keinesfalls absprechen. 
Einer der besseren Beiträge aus dem Jahr 2006. Leute, die anspruchslose Unterhaltung erwarten liegen hier genau richtig.

8/10

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