Review

Das ausdrucksstärkste Gesicht der Filmgeschichte

Dreyers monumentaler und bis heute unerreichter „Gerichtsfilm“ voller Nahaufnahmen und Gesichtsausdrücken zwischen Glaube, Mut und Hass… über Johanna von Orléans und ihre unfassbare Verhandlung nach der Befreiung Frankreichs, da ihr nicht geglaubt wurde, dass sie von Gott berufen worden war…

Eines der kostbarsten Werke des Kinos

„Die Passion der Jungfrau von Orleans“ hat eine Hauptdarstellerin, eine Hauptfigur, eine Aura und Augenblicke, die man nie mehr im Leben vergisst. Da kann man 120 Jahre alt werden - egal, diese Blicke der Falconetti werden dich nicht mehr verlassen! Ihr einziger Film, was ihre Erscheinung und Art wohl noch mystischer und singulärer macht. Dazu Dreyers formales Extrem bis zur Perfektion getrieben. Nahaufnahmen ohne Ende. Gesichter wie Landschaften. Bilder wie Peitschenhiebe. Fragen wie Messerstiche ins Herz Frankreichs. Augen wie schwarze Löcher. Ein Kreuzverhör wie frisch aus der Hölle. Geistliche Ergüsse. Loderndes Feuer. Schmerzhafter Widerstand. Frivole Folter. Wer „Die Passion der Jungfrau von Orleans“ nie gesehen hat, hat den Stummfilm nie gespürt. 

Das Gegenteil von Schall und Rauch

Fazit: ein ultimativer Stummfilm mit Bildern und Mimiken, Augen und Motiven, die man nicht mehr aus den filmnerdigen wie menschlichen Knochen kriegt. Dreyer in full formal effect! Die Falconetti ist eine einmalige Wucht! Und dieser Film ist eines der kraftvollsten Kunstwerke (!) aller Zeiten. Kunstübergreifend unheimlich bedeutsam. Eine Legende, nicht weniger. 

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