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Offensichtlich hatte Drehbuchautor Georg Laforet aus dem eher mäßigen „Zum Teufel mit der Penne“ die Erkenntnis gewonnen, dass er sich auf die alten Stärken der „Lümmel von der ersten Bank“ besinnen sollte. Denn mit „Pepe, der Paukerschreck“ meldet sich der titelgebende Held frischer, frecher und witziger zurück als je zuvor!

Diesmal geht es den Lümmeln darum, möglichst effektiv die Lehrer von ihrer eigentlichen Berufung, dem Unterrichten, abzuhalten, damit auch garantiert keine Möglichkeit besteht, dass irgendjemand das Klassenziel nicht erreicht. Und so fädelt Pepe alles Notwendige ein, um Oberstudiendirektor Taft dazu zu bewegen, seine Klasse auf eine Studienfahrt zu schicken. Mit an „Bord“: der neue Lehrer der Klasse 11a – Dr. Glücklich (Hans Clarin). Dass es überhaupt so weit kommt, dass Dr. Glücklich den Unterricht der 11a übernehmen „darf“ ist Pepe zu verdanken: er hat dafür gesorgt, dass beim Kultusministerium die Bitte Direktor Tafts nach einem „harten Hund“ in etwas abgewandelter Form ankommt und ein feinfühliger Lehrer für die „sensible“ Klasse entsandt wird.

Die „Lümmel von der ersten Bank“-Reihe entwickelte sich mit diesem Teil nun vollends zu einem Schaulaufen für die bekanntesten deutschen Film- und Fernsehstars. Nachdem Willy Millowitsch bereits im zweiten Teil die Ehre zuteil wurde, Pepes Vater zu mimen, sind nun mit Hans Clarin (Dr. Glücklich) und Harald Juhnke (Oberstudienrat Blaumeier) zwei weitere Größen des deutschen Films in die Riege der Stars aufgenommen worden, die ihrer Filmographie einen Auftritt in einem „Lümmel“-Film hinzufügen dürfen. Wo Juhnke jedoch nur einen recht kurzen, aber doch amüsanten Auftritt als Chemielehrer Blaumeier hat, punktet Hans Clarin in seiner größer angelegten Rolle als wundervoll zartfühlender Dr. Glücklich. Er und vor allen Dingen der stärkere Fokus auf den wunderbaren Studienrat Dr. Knörz machen das Salz in der Suppe „Die Lümmel von der ersten Bank –Teil III“ aus. Rudolf Schündler blüht in seiner Rolle des „Knörzerich“ hier so richtig auf, da macht es Spaß, dem gealterten, mitunter etwas melancholischen Studienrat zuzuschauen und zuzuhören. Umso mehr erfreut es schließlich auch, wenn sich dann in Dr. Knörz und Studienrätin Pollhagen das wohl schönste Liebespaar des deutschen Kinos der 60er Jahre findet.

Die Streiche, die in erster Linie der „Titelheld“ ausheckt, wirken ebenfalls bedeutend frischer und frecher als es noch in Teil 2 der Fall war: Pepes gefälschter Aufruf des Ministeriums an die Lehrer, mehr Sport zu treiben; das „antike“ Fundstück, das schließlich Auslöser der Klassenfahrt der 11a wird; oder die plötzlichen Vaterfreuden des Dr. Knörz… diese und einige Streiche mehr sorgen dafür, dass bei „Pepe, der Paukerschreck“ nie Langeweile aufkommt.

Und nicht nur der humoristische Aspekt dürfte jene, die von „Zum Teufel mit der Penne“ enttäuscht waren, wieder versöhnlich stimmen: auch bei den Charakteren wurde wieder einiges „gerade gerückt“: Uschi Glas spielt wieder Pepes Schwester, Hannelore Elsner rückt wieder in ihre ursprüngliche Rolle der Geneviève Ponelle und Familie Nietnagel heißt auch endlich wieder Familie Nietnagel! Nur eines wird wohl als unkonstante Konstante diese Reihe auf ewig begleiten: die Rolle des Kurt Nietnagel findet nach Georg Thomalla und Willy Millowitsch nun in Gustav Knuth seine dritte Besetzung…

Wir wechseln die Pauker wie Heinrich der Achte die Frauen…

Hätte Pepe es so ausgedrückt:

Wir wechseln die Pauker wie die Familie Nietnagel die Familienoberhäupter…,

hätte sich auch niemand beschweren können… der Wahrheit hätte es auf jeden Fall entsprochen! Doch auch trotz dieses minimalen Schönheitsfehlers in dieser Filmreihe behaupte ich einfach einmal

frisch, fromm, fröhlich, frei,

dass „Pepe, der Paukerschreck“ der beste Teil der Reihe ist. Die mehr oder weniger tiefgründige Intention, die „Die Lümmel von der ersten Bank“ noch mit sich trug, lässt der dritte „Lümmel“-Film zwar vermissen, dafür punktet er aber auf einem Sektor, auf dem in „Zum Teufel mit der Penne“ geschlampt wurde: dem charmanten, klamaukigen Humor. 7,5/10

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