Wer hat sich das als Kind nicht mal gewünscht? Die eigene Schule steht in Flammen! Keine Schule! Ferien! Tja, bei den meisten dürfte es wohl bei dieser Fantasie geblieben sein… Ausgeburt dieser Fantasien war schließlich der Gassenhauer „Hurra, die Schule brennt“, vorgetragen von einer Horde Kinder und Peter Alexander im gleichnamigen vierten Teil der „Lümmel“-Filmreihe… Und wenn der Film schon so heißt und auch noch ein solcher Schlager geträllert wird, dann ist es logische Konsequenz, dass der Film auf dem „Abfackeln“ einer Bildungseinrichtung aufbaut:
Dr. Bach (Peter Alexander) lehrte bis zuletzt an der Dorfschule im malerischen Tuttelbach, bis schließlich ein Vertreter des Ministeriums die Dorfschule durch eine Unachtsamkeit in Brand steckt. Gemeinsam mit seinem Neffen (Heintje) muss er sich nun nach Baden-Baden begeben, um dort am Mommsen-Gymnasium die Klasse 12a zu unterrichten. Schnell macht er sich bei der Klasse rund um Pepe Nietnagel (Hansi Kraus) durch seine ungewöhnlichen Unterrichtsmethoden beliebt… Doch gerade seinen älteren Kollegen missfällt dies und diese versuchen nun, den „Quertreiber“ wieder loszuwerden. Höchste Zeit für Pepe und seine Klassenkameraden, mit allen erdenklichen Mitteln für den Verbleib von Dr. Bach zu kämpfen.
Bereits nach wenigen Minuten dürfte auch beim letzten im Publikum der Groschen gefallen sein, dass wir es viel mehr mit einem Musikfilm als einer Komödie in der Tradition vergangener „Lümmel“-Filme zu tun haben. Wie bereits in „Zum Teufel mit der Penne“ wurden erneut mit Peter Alexander und Heintje zwei Stars in die Besetzungsliste eines Films dieser Reihe aufgenommen, die gerade durch ihre unbeschwingte Art und ihren glockenklaren Gesang zu jener Zeit beim Publikum gut ankamen. Doch was damals gut ankam, muss nicht zwangsläufig auch das heutige Publikum in enthusiastische Jubelstürme versetzen. Dabei liegt es nicht unbedingt nur daran, dass das musikalische Empfinden der heutigen Generation sich in andere Richtungen entwickelt hat als es noch vor vierzig Jahren der Fall war. Es ist vielmehr als ein elementarer Störfaktor im Erzählfluss des gesamten Filmes anzusehen, dass die Geschichte immer wieder unnötig unterbrochen wird, um Promotion für den Jungstar Heintje und den großen Entertainer Peter Alexander zu betreiben.
Im Gegenzug – wohl um genügend Platz für die Gesangseinlagen der heimlichen Stars dieses Filmes zu schaffen - wurde die humoristische Komponente der „Lümmel“-Reihe wurde im Falle von „Hurra, die Schule brennt“ unerfreulich stiefmütterlich behandelt. Die Frische, die noch in den ersten Filmen der Reihe überwog, scheint gänzlich verflogen zu sein. Selbst die in den restlichen Filmen der Reihe so souverän agierenden Darsteller – ob nun Theo Lingen, Hansi Kraus oder Rudolf Schündler – können nicht mit der Komik überzeugen, der es bedürfte, um den vierten „Lümmel“-Film zu einem noch durchgängig sehenswerten Film zu machen.
Frisch, fromm, fröhlich, frei…
…davon ist bei „Hurra, die Schule brennt“ nicht sonderlich viel übrig geblieben. Steif ist das alles, und die Auflockerungsversuche, die durch die musikalischen Intermezzi unternommen wurden, machen es aus heutiger Sicht sogar noch steifer. Hier wurde das Klassenziel leider nicht erreicht. Setzen, 4/10!