Es liegt jetzt nicht direkt daran, dass ich mich mit diesen Geschöpfen besonders identifizieren kann, aber irgendwie haben Filme, in denen Affen eine tragende Rolle spielen, bei mir schon einen gewissen Bonus zu verzeichnen. Das war bei „King Kong“ so und das ist auch so bei Teil 5 der Reihe „Die Lümmel von der ersten Bank“.
Der arme Oberstudiendirektor Taft (Theo Lingen) hat’s nicht leicht… zuerst erfährt er, dass sein (nicht gerade innig geliebter) Zwillingsbruder Gotthold Emmanuel verstorben ist und dann bekommt er auch noch Auflagen gemacht, nach deren Erfüllung er erst das Erbe (1 Million DM für das Mommsen-Gymnasium und 250.000 DM für Taft persönlich) erhält: er muss ein afrikanisches Pflegekind bei sich aufnehmen, eine Straftat begehen und außerdem dafür Sorge tragen, dass kein Schüler des Mommsen-Gymnasiums sitzen bleibt. Und wie sollte es auch anders sein: hinter diesem „Testament“ stecken gemeinsam mit dem doch nicht verstorbenen Zwillingsbruder die Lümmel von der ersten Bank…
„Wir hau’n die Pauker in die Pfanne“ wartet wieder mit einigen netten Einfällen auf, die auch in den meisten Fällen gekonnt umgesetzt wurden. Die Souveränität in der Inszenierung von Klamauk, den die Filmemacher in den vier vorangegangenen Filmen aufbauen konnten, merkt man dem gesamten Film an. Nicht nur die Streiche – hier sei allen voran der „Unsichtbarer Dr. Knörz“-Streich gleich zu Beginn des Streifens genannt – haben nichts an ihrer Originalität eingebüßt und können dadurch überzeugen, auch das Drumherum passt, man hat sich wieder aus den Tiefen eines „Hurra, die Schule brennt“ heraus retten können. Das „Pflegekind“ der Familie Taft – der Schimpanse – sorgt dabei bei Groß und Klein für einige Extra-Lacher, durch die der Film flüssiger und angenehmer erscheint. Da der Fokus in diesem Teil der Reihe hauptsächlich auf Direktor Taft liegt, ist an dieser Stelle vor allen Dingen Theo Lingen für seine schauspielerische Top-Leistung (nicht nur in diesem Teil, sondern in allen „Lümmel-Filmen) hervorzuheben: Verzweiflung, kindliche Freude, Trauer, Empörung… er ruft wieder einmal alles, was ihm die Rolle abverlangt, erstklassig ab. Hansi Kraus und seine Lümmel rücken natürlich durch den Fokus auf ihren Ober-Pauker zusehends in den Hintergrund, was zwangsläufig weniger Platz für Schülerstreiche einräumt, aber für dieses kleine Manko sollen dann schließlich die letzten beiden Teile „Morgen fällt die Schule aus“ und „Betragen ungenügend“ entschädigen können. In einer Nebenrolle dürfen wir dann auch noch Fritz Wepper als Dandy Hubert Böhm begrüßen, der – jawoll – natürlich direkt mit Pepes Schwester Marion (Uschi Glas) anbandelt… schon irgendwie bemerkenswert, wie viele Verehrer Frau Glas in dieser Filmreihe verschlissen hat…
Aber es ist jetzt nicht an der Zeit, einen auf Moralapostel zu machen und das Liebesleben einer Marion Nietnagel zu durchleuchten (wenngleich dies mit Sicherheit interessant sein könnte), sondern ich schreite dann (vorerst) lieber
frisch, fromm, fröhlich, frei
ans abschließende Werk - das Fazit: „Wir hau’n die Pauker in die Pfanne“ – dieser Titel passt irgendwie nicht so ganz, denn hier wird eigentlich niemand so richtig in die Pfanne gehauen (abgesehen vom armen Oberstudiendirektor Taft), aber darüber sollte man getrost hinwegsehen. Der fünfte Teil der „Lümmel-Film-Reihe ist der wohl harmloseste, aber dadurch nicht zwangsläufig schlechteste Teil: ich ordne „Wir hau’n die Pauker in die Pfanne“ einfach einmal im Mittelfeld der gesamten Reihe ein; über weite Strecken amüsant, leider nicht so bissig wie manch anderer „Lümmel“, aber für gediegene Familienunterhaltung ist bestens gesorgt! Ein typischer Sonntagnachmittags-Film! 5/10