Mit 81 Minuten ist „Wir hau’n die Pauker in die Pfanne“ der kürzeste Lümmel-Film – und gleichzeitig auch der temporeichste. Franz Seitz, der ja alle Teile der Reihe schrieb, drehte ein wenig an der festgefahrenen Formel und bemühte sich, ein wenig anders zu machen. In den Mittelpunkt des Geschehens gerät hier erstmals Schuldirektor Gottlieb Taft, der den Tod seines ungeliebten Zwillingsbruders (Theo Lingen in einer Doppelrolle) schneller verdaut als die Tatsache, dessen millionenschweres Vermögen nur einheimsen zu können, wenn er mehrere Bedingungen aus dem Testament erfüllt. Was er nicht weiß: In Wirklichkeit lebt sein Bruder, und das vermeintliche Testament hat der nur verfasst, um dem alten Spießer mal so richtig eins auszuwischen.
Zur Abwechslung verkörpern hier die Schauspieler auch mal ausschließlich die Filmrollen, die ihnen ursprünglich zugedacht waren: Uschi Glas ist wieder da als Marion Nietnagel, Balduin Baas kehrt zurück als Oberstudienrat Blaumeier – und selbst bei Papa Nietnagel müssen wir uns nicht an ein neues Gesicht gewöhnen, obwohl er bisher in jedem Teil ein neues hatte. Das liegt aber auch daran, dass er in diesem Film gar nicht erst auftaucht. Gut, theoretisch könnte man meckern, dass Marion einen neuen Lover erhält (Hubert Böhm aka Fritz Wepper), nachdem sie in Teil 3 noch einen Heinz Thomas (Gerhart Lippert) hatte, aber in dem Alter wechselt man halt die Partner mitunter noch häufiger als die Unterhosen. Schlimmer finde ich, dass auch der sich entwickelnden Romanze zwischen Marion und Hubert einiges an Platz eingeräumt wird, obwohl diese Liebeleien in der Reihe ohnehin stets fast noch fader waren als der Rest.
Trotz der Schwerpunktverlagerung auf Taft hat sich eines aber mit Sicherheit nicht geändert: der flache Humor! Tatsächlich darf man sich fragen, ob dies nicht sogar der bis dato primitivste Teil der Reihe ist, weil eine der oben angesprochenen Bedingungen für unseren Schulleiter ist, auf eine Schimpansin in Damenkleidung aufzupassen, was im Verlauf des Films verständlicherweise für viel Trubel sorgt, wenn sich etwa der Affe am Schulgebäude entlanghangelt und durch die Klassenräume springt, Pedell Bloch eifrig hinterher. Weitere sogenannte Gags zieht „Wir hau’n die Pauker in die Pfanne“ aus dem verzweifelten Versuch Tafts, im Knast zu landen, weil das ebenfalls eine Bedingung im Testament seines Bruders ist, was ihm nicht so recht gelingen will, egal ob als Dieb, Schwarzangler oder besoffener Autofahrer. Allerdings sollte man schon einmal gesehen haben, wie der 67-jährige Theo Lingen zu spanischer Torero-Musik vor einer Verkäuferin mit einem Büstenhalter herumfuchtelt, um ihr vergeblich anzuzeigen, eben dieses Unterwäschestück jetzt klauen zu wollen, nicht wissend, dass er ein Gratisgeschenk ist.
Natürlich bleibt aber nebenbei auch noch Zeit für einige, wenn auch diesmal nicht so zahlreiche Lehrerstreiche, worunter mal wieder besonders der bedauernswerte Knörz zu leiden hat, der mit seinen Schülern eine Lateinarbeit schreiben will, aber nicht dazu kommt, weil die Klasse so tut, als wäre er gar nicht da. Später ziehen sie den Streich genau anders herum auf, indem sie nur ihre Stimmen auf Tonband aufnehmen, dem Unterricht selbst aber fernbleiben und ihren Pauker glauben machen, sie seien unsichtbar. Das sind im Rahmen der Reihe übrigens zwei der gelungeneren Scherze. Relativ bekannt sicherlich auch noch der von Frau Dr. Knörz, geborene Pollhagen (ja, sie ist mittlerweile mit ihrem Kollegen verheiratet!) Englisch ausgesprochene „Brathering“-Scherz, den Pepe mit ihr treibt, aber alles andere ist schon gar nicht mehr der Rede wert.
Ich würde fast so weit gehen und „Wir hau’n die Pauker in die Pfanne“ als meinen persönlichen Lieblings-Lümmel-Film ausrufen, aber dabei bewegen wir uns wirklich im absoluten Promillebereich. 4/10.