Review

"Mystery of the Wax Museum" gehört ebenfalls in die lange Reihe der frühen Horrorklassiker, die nach Chaneys Tod und dem Dracula-Dreh den Tonfilm reich machten.
Allerdings mischen sich in ihm starke und schwache Teile zu einem nicht ganz ausbalanciertem Ganzen. Die stärksten Szenen hat der Film sicherlich zu Beginn, wenn der geldgierige Kompagnon Igors das bizarre Kabinett abfackelt. Für die von Igor angebetete Marie-Antoinette benutzte man sogar eine Schauspielerin (wer genau hinschaut, kann leichte Bewegungen sehen) und auch sonst wirkt das Set erlesen und kunstvoll, um so grauenerregender dann die Schmelze bei dem Höllenbrand.

Daß das eine Rachegeschichte in Gang setzt, ist dabei auch dem Letzten klar, denn Leichen verschwinden bald und im Rollstuhl sitzende Igor macht auch keinen beruhigenden Eindruck. Allerdings erinnert der Film zu diesem Zeitpunkt mehr an eine Beziehungskomödie, wenn neben dem Assistenten und seiner Freundin (die Marie Antoinette natürlich ähnlich sieht) viel Laufzeit auf eine schnoddrige Reporterin, ihren Chef und einen reichen, flotten Erben verwandt wird, die sich fetzen, während andere sich verdächtig machen.
Die Frage nach dem Täter wird noch durch die Anwesenheit eines rauschgiftsüchtigen Leichenräubers und eines behinderten Riesenkerls kompliziert, doch man ahnt schon, wo der Hase im Keller im Wachsbottich enden wird.

Der Showdown führt dann zu alter Qualität zurück, vor allem die Demaskierung ist ein wunderbarer Horror-Moment, allerdings geht alles zum Schluß arg gedrängt und auch das allgegenwärtige Happy-End wirkt wie in die Laufzeit gedrückt. Insgesamt hätte man doch noch etwas mehr Suspense und Atmo aus den bizarren Wachsszenerien herauspressen können, aber Pflichtprogramm bleibt das trotzdem.
Wie Großvater halt Grusel machte, bis man das Thema ernst nehmen konnte. (6/10)

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