Review

Da geht mir der (Wachsmal)Stift! 


Zwischen Caligari und Vincent Price, zwischen dem Phantom der Oper und Paris Hilton - „Mystery of the Wax Museum“ ist ein wundervoller Schauerkrimi von ganz hinten aus dem Warner Backkatalog. Erzählt wird von einem mysteriösen Wachsfigurenkabinett im nebligen London, seinem theatralischen Besitzer und seltsamen Todesfällen in Englands Hauptstadt...

„He made Frankenstein look like a Lily!“ Das ist nicht nur ein glorreicher Satz, den unsere Protagonistin in „Mystery of the Wax Museum“ zu meiner maximalen Unterhaltung aus ihrem losen, wunderschönen Mundwerk feuert - das kann man natürlich auch metaphorisch über den Film und sein (damals von WB angedachten, erhofften) Standing sagen. Die Version mit Vinnie Price ist der bekanntere (und vielleicht sogar noch bessere) Klassiker, die Version mit Paris Hilton immerhin ein Guilty Pleasure - aber „Mystery of the Wax Museum“ ist das Original, the Real Deal und einfach ein Augenschmaus. Wer auf die ganz großen Gruselmeilensteine aus den frühen 30ern steht, muss diesen Wachsschocker definitiv mit in die Liste aufnehmen. Einer der ersten kolorierten Horrorfilme überhaupt, mit genialer Atmosphäre, einer grausigen Grundidee, feinster Expressionismus/Art Deco-Mixtur und noch feineren Ladies. Wirklich eine (Wieder-)Entdeckung wert. Erst recht von der exzellenten Blu-Ray aus den Warner Archiven. Der große Erfolg blieb damals aus - dennoch ist Universal da sicher mal kurz die Angst in die Hose geplumpst, als sie sahen, dass auch die Konkurrenz das drauf haben könnte... 

Fazit: toughe Reporterinnen, lebensechte Wachsfiguren, wunderschönes Art Deco, beeindruckende Farbigkeit für seine Zeit - dieses gruselige Krimikabinett ist zu unrecht etwas in Vergessenheit geraten und sollte fast mit den ganz großen (Universal-)Horrorklassikern seiner Dekade in einem Satz genannt werden! 

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