Review

Fünf Twens auf einer einsamen Insel mit Erbhütte vom Onkel, dazu ein gutes Dutzend genmanipulierter Schäferhunde und fertig ist der Canidae-Slasher.
Der beste Freund des Menschen mutiert einmal mehr zu seinem größten Feind.
Weglaufen, Verbarrikadieren in Hütte, wieder weglaufen, - erinnert ein wenig an „Dog Soldiers“, verläuft nur ein wenig straighter, bietet allerdings auch weniger Überraschungen.

Nachdem man in der Einführungsszene zwei Sexuellen beim Betreten der Insel zusieht, in der SIE geschnappt und zerfetzt wird, taucht ER erst viel später wieder auf.
Danach folgt die etwas beliebige Einführung der fünf Figuren, austauschbar und witzlos, wie beim üblichen Teenie-Slasher von der Stange.

Da haben wir ein leicht zerstrittenes Bruderpaar, der eine strebsam und kurz vorm Abschluss als Mediziner, der dem anderen, dem scheinbaren Loser, die Freundin (Michelle Rodriguez) ausgespannt hat, die natürlich auch mit dabei ist. Dazu der Quotenfarbige mit ständigem Sex-Protz-Gefasel und das nicht ganz so alberne Blondchen, dem als erstes ein lieber Welpe in die Arme läuft. Naturgemäß will Frauchen Hundchen über Nacht zum Kuscheln in der Hütte behalten, Hund läuft weg, Frau hinterher, Killerhund taucht auf und beißt Blondchen ins Bein.
Mit dem Killervieh tauchen weitere Blutrünstige auf und ab da macht das Geschehen auf der Insel richtig Spaß.

Zwar muss man im Verlauf einige Unwahrscheinlichkeiten hinnehmen, wie einen Hund auf einem Baum sitzend und die Tatsache, dass die Viecher kollektiv die Leine eines Wasserflugzeugs durchbeißen, um eine Flucht zu verhindern. Zudem wird nicht erläutert, warum die Gebissene plötzlich Stimmungsschwankungen erleidet (man wünscht sich eine Metamorphose zum Hund, erahnt aber so etwas wie einen aggressiv machenden Killervirus). Und man hinterfragt mehr als einmal, wie lange denn wohl die auf der Insel lebenden Tiere als Nahrung für das dralle Dutzend von Hunden ausgereicht hat, denn wohlgenährt sehen die alle aus.

Aber gut dressiert sind sie, das muss man dem Debüt-Regisseur Mastandrea lassen. Ob sie vereinzelt durch ein geschlossenes Fenster springen oder als geschlossene Meute hinter einem alten Mercedes herjagen, der dramaturgisch günstig nah an den Klippen entlang muckelt, - das sieht nach gehöriger Arbeit für die Hundetrainer aus.
Zudem wird mit dem ersten Angriff eines Killerhundes bis fast zum Schluss ein durchweg hohes Tempo gefahren, die Angriffe verlaufen zwar selten blutig, kommen aber häufig und sind durchaus spannend inszeniert.

Da muss man sich in der Hütte verschanzen, mit Pfeil und Bogen oder Baseballschläger zur Wehr setzen, über ein gespanntes Seil zu einer Garage hangeln oder einfach nur durch den Wald rennen. Gut, man könnte sich aus Polstern auch Schutzkleidung basteln oder sich auf dem Dach positionieren, um die Viecher aus sicherer Entfernung einfach zu erlegen, aber das war ja noch nie der Clou eines Slashers, der eines Tierhorrors auch nicht.

So liefert „Breed“ im Verlauf zwar ordentliche Unterhaltung mit viel Action, aber richtige Höhepunkte bleiben aus, zudem mangelt es an Hintergrundinformationen, warum die Hunde überhaupt auf der menschenleeren Insel umherstreifen. Es wird nur vage ein Experiment angedeutet, wofür und von wem bleibt der Fantasie des Zuschauers überlassen.

Am Ende fühlt man sich als Freund des Tierhorrors/Slashers recht kurzweilig unterhalten, man kann sich weder über die darstellerischen Leistungen im Mittelmaß beklagen, noch über die gut dressierten Hunde, dessen Attacken oder sonstige Aktionen sauber gefilmt wurden und mit dem brauchbaren Score ordentlich treiben.
Der Genrefreund wird´s dankbar als gelungene Zwischenmalzeit entgegen nehmen, Pfeffer ist genug drin, nur etwas mehr Salz hätte es vertragen können.
Knapp
7 von 10

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