John Cusack spielt einen Theaterautoren, der nun selbst ein Werk in Szene setzten möchte. Da seine letzten Werke jedoch gefloppt sind, holt er sich einen Mafioso, gespielt von Joe Viterelli, mit ins Boot, unter der Bedingung, dass er dessen untalentierter Freundin, gespielt von Jennifer Tilly eine Rolle in seinem Stück übernehmen lässt. Sehr zum Ärger seiner Freundin verliebt er sich beim Dreh in seine Hauptdarstellerin, gespielt von Dianne Wiest, und dann muss er auch noch Ratschläge von einem Gangster, gespielt von Chazz Palminteri, annehmen, der offensichtlich mehr vom Schreiben versteht, als er selbst.
Auch "Bullets Over Broadway" hält, was der Name Woody Allen verspricht, also seichte, vergnügliche und teilweise anspruchsvolle Unterhaltung, wie sie einzig und allein der Altmeister bietet und das obwohl dies einer der wenigen Filme ist, in dem er selbst auf eine Rolle verzichtet.
Allen hält das Erzähltempo gewohnt konstant und unterhält einmal mehr bestens. Er amüsiert hervorragend mit rundum gelungenen Gags, die zum Großteil zünden können, wobei der Darsteller Allen stellenweise mit seinem unverwechselbaren Wortwitz fehlt. Natürlich ist der Humor gewohnt stilvoll und tiefsinnig und gerade heute, wo es fast nur noch plumpen und peinlichen Teenie- und Fäkalhumor zu sehen gibt ist dies eine definitiv gelungene Abwechslung. Die Grundstimmung ist wie immer heiter, die Musik ist nostalgisch, stilvoll und in jeder Szene passend. Die Kulisse erinnert an die wilden 20er Jahre und die Thematik passt ebenfalls in die Zeit und so wird der Film neben den Allen-Fans auch Nostalgikern sehr gut gefallen, da man den Charme der Zeit förmlich spüren kann. Allens Inszenierung ist einmal mehr makellos.
Die Charaktere sind, wie von Allen gewohnt, liebenswürdig und kurios konstruiert, bis zu einem gewissen Grat glaubwürdig und realistisch und mit einigen amüsanten Allüren versehen, wobei diesmal vor allem die Konstellation der Figuren hervorragend und vergnüglich gelungen ist. Zudem ist vor allem die Charakterkonstruktion der Hauptfigur sehr gut gelungen, die anfangs noch einen künstlerischen Anspruch hat, dann aber immer mehr Zugeständnisse macht und zwischen zwei Frauen hin und her gerissen ist. Darüber hinaus entpuppt es sich als hervorragende Idee, den Charakter Cheech in die genau entgegengesetzte Richtung laufen zu lassen, vom Theater-Banausen, hin zum glühenden Kämpfer für das Stück. Mit ein paar unvorhersehbaren Wendungen gelingt Allen auch das Ende ziemlich gut. Darüber hinaus gibt es beim Dreh des Theaterstücks mit den teilweise psychisch angekratzten Darstellern auch ein paar Seitenhiebe auf den modernen Film mit hintergründiger Ironie, wie man sie von Allen kennt. Über diesen Status eines vergnüglichen Filmchens kommt "Bullets Over Broadway" allerdings nicht hinaus, da Allen die Gags zwar gut dosiert, aber kein echtes Feuerwerk loslässt.
Auch wenn Allen diesmal nicht selbst vor die Kamera tritt, gibt es darstellerisch rein gar nichts zu bemängeln. John Cusack spielt gewohnt solide und sympathisch sein amüsantes Programm herunter und kann damit durchaus überzeugen, auch wenn ihm keine Meisterleistung gelingt. Dafür spielt Dianne Wiest als Theaterdarstellerin umso besser und liefert einige amüsante Momente, wofür sie sich ihren zweiten Oscar, nachdem sie ihren ersten Oscar ebenfalls unter der Regie von Allen für "Hannah und ihre Schwestern" bekam, redlich verdient hat. Bei Chazz Palminteri und Jennifer Tilly, die für "Bullets Over Broadway" für den Oscar nominiert wurden, erkennt man ebenfalls die pure Spielfreude und zwei hervorragenden Leistungen mit der die beiden ebenfalls einige Lacher verbuchen können. Der übrige Cast ist ebenfalls mit spielstarken und bestens aufgelegten Darstellern gespickt.
Fazit:
Mit einem spielstarken und bestens aufgelegten Cast, einer stilvollen Inszenierung mit einigen amüsanten Momenten und einem, für Allen typischen nostalgischen Flair ist "Bullets Over Broadway" eine rundum unterhaltsame Komödie, die Nostalgikern und Allen-Fans gleichermaßen gefallen dürfte und wegen seiner hintergründigen Handlung auf jeden Fall empfehlenswert ist.
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