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Der erfolglose Bühnenautor David Shayne (John Cusack) freut sich nur kurz, dass Theaterboss Marx (Jack Warden) einen Finanzier für sein Stück „Gott unserer Väter“ gefunden hat: Obermafioso Nick Valenti (Joe Viterelli), der zudem darauf besteht, dass seine Geliebte Olive (Jennifer Tilly) eine Rolle übernimmt. Bei den Proben begleitet sie Cheech (Chazz Palminteri) als Leibwächter…

Woody Allens 23. Regiearbeit ist sein augenzwinkernder Beitrag zur Renaissance des Gangsterfilms in den 80er und 90er Jahren. Begleitet von zeitgenössischem Swing zeichnet der Autor und Regisseur die „Goldenen Zwanziger“ zur Zeit der Prohibition als eine Welt in der alle Frauen hysterische Zicken und alle Männer Gangster oder zumindest deren Sympathisanten sind. Dabei steht ihm, wie gewohnt, ein großartiges Ensemble für viele kuriose Rollen zur Verfügung: Allens eigenen Part als idealistischer Loser übernimmt John Cusack („High Fidelity“ 2000, „Maps to the Stars“ 2014), Joe Viterelli („Mickey Blue Eyes“ 1999) gibt den Mafiaboss und Theaterfinanzier mit wenig Kunstverstand, „Wer ist dieser Hamlet-Typ, wohnt der hier in der Nähe?“ und Jennifer Tilly („Der Dummschwätzer“ 1997) die nervige Gangsterbraut, „Die Perlen sind doch schwarz, die stammen vermutlich aus einer kaputten Auster“, die für die Schauspielerei denkbar ungeeignet ist, „Mir fällt die zweite Hälfte nicht ein“, „Es heißt „oder nicht sein“!“. Jack Warden („Die Zwölf Geschworenen“ 1957, „Die Bären sind los“ 1979/80 TV) spielt einen neuerdings optimistischen Theaterleiter, „früher konnte ich das Geld nur riechen, jetzt kann ich es schmecken“, Chazz Palminteri („In den Straßen der Bronx“ 1993) seine Lieblingsrolle als brutaler Gangster, der hier zum hilfreichen Co-Autor wird, „die neue Fassung, nicht die Eunuchen-Fassung“ und natürlich Dianne Wiest („Zauberhafte Schwestern“ 1998) als gealterte Diva, die bereits neue Rollenangebote hat: „Jesus Mutter. Ist so eine Ödipus Sache“. Sie erhält als einzige den Oscar bei sieben Nominierungen.
Woody Allen inszeniert seine Geschichte flott und mit viel Wortwitz im Stil einer klassischen Komödie, wobei die Handlung im Theater immer wieder von Gangstern unterbrochen wird, die ihrem Tagwerk nachgehen. Allens Botschaft ist hier nicht ganz so offensichtlich, vielleicht „durch den Intellekt erschafft man sich ein eigenes moralisches Universum“. Oder doch „Für mich geht Liebe sehr tief, Sex nur ein paar Zentimeter“. Oder einfach nur „Man muss tun, was man tun muss“. (9/10)

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